Beichtandacht

 

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Beichtandacht

a.) Gebet vor der Gewissenserforschung

O allgütigster Vater, Unser Herr! Mein Erschaffer und Erlöser, mein Beschützer und Beschirmer! Dich lobe und preise ich mit allen Engeln und Auserwählten. Dir sage ich Dank für alle Wohltaten, die Du mir die ganze Zeit meines Lebens an Leib und Seele erwiesen hast, besonders aber danke ich Dir, dass Du mich so oft um den Preis des kostbaren Blutes meines gekreuzigten Heilands mittels des heiligen Sakramentes der Buße gereinigt hast und dass Du bereit bist, mich immer wieder aus Güte und Barmherzigkeit zu reinigen, wenn ich nur mit aufrichtigem und zerknirschtem Herzen meine Sünden erkennen und bekennen werde. O himmlischer Vater! Ich, Dein unwürdiges und ungehorsames Kind, falle nieder vor Deine Füße und bitte Dich durch die Wunden Deines Sohnes: erleuchte doch die Finsternisse meiner Seele durch die Gnade des hl. Geistes, damit ich alle meine Sünden nach ihrer Zahl und Schwere recht erkenne, dieselben schmerzlich bereue, sie vollkommen beichte, und so das Lob Deines allerheiligsten Namens vermehre. Amen

b.) Kurze Anleitung zur Gewissenserforschung

Frage dich, wie oft du freiwillig und mit Zustimmung und Wohlgefallen nachgegeangen hast folgenden Gedanken: stolzen, trägen und müßigen, im Gebete zerstreuten, unlauteren, unkeuschen, begierlichen, neidischen und mißgünstigen, zornigen und gehässigen, rachsüchtigen, argwöhnischen und freventlich urteilenden, betrügerischen, gotteslästerlichen, ungläubigen, verzweifelnden, schadenfrohen etc…

Frage dich, wie oft du dich versündigt hast durch folgende Worte: schwarzhafte und unnütze, ruhmsüchtige, stolze, schamlose und unkeusche, verspottende, verschimpfende und fluchende, gotteslästerliche, verleumderische, beleidigende, lügnerische und fälschlich schwörende, verächtliche, betrügerische, schmeichlerische, verführerische etc…

Frage dich auch, ob dies geschehen ist zum Ärgernis und Schaden der Nächsten.

Prüfe dich, wie oft du gesündigt hast durch folgende Werke: durch Müßiggang, Vernachlässigung deiner Pflichten, durch Verschwendung des Geldes und Besitztums, durch Unterlassung deiner pflichtschuldigen Gebete oder der Anhörung der Predigt, durch Entheiligung der Sonn-und Festtage, durch Übertretung der Fastengebote, durch Hoffart und Schamlosigkeit in der Kleidung, durch Härte und Lieblosigkeit gegen Arme, durch Geiz und Habsucht, durch Schamlosigkeit und Unkeuschheit mit dir oder mit Andern, durch Unlauterkeit und Frechheit, durch Unmäßigkeit in Speise und Trank, durch die Trägheit in Beziehung auf göttliche Dinge, durch Ungerechtigkeit und Schaden an fremdem Eigentum, durch Diebstahl, Betrug Wucher, unbezahlte Schulden, durch Verletzung des Nächsten an seinem Körper, seiner Ehre, seiner Seele, durch Ungehorsam, durch Trotz, Grobheit und Widerspenstigkeit, durch Verführung Unschuldiger, durch Ärgernisgeben etc..

Welches sind deine Lieblingsneigungen und Gewohnheitsfehler….?

Waren deine letzten Beichten vielleicht ungültig…?

c.) Kurze Erwägungen, um dich zur Erweckung der Reue zu bewegen

Die Todsünde ist das größte Übel. Sie ist die eine Empörung wider die Majestät Gottes, der freche Widerspruch gegen den heiligsten Willen des Allmächtigen, der entscheidende Gegensatz zur göttlichen Heiligkeit und Vollkommenheit. Darum hasst und verabscheut sie Gott so sehr, dass er den Sünder vollständig von Sich und Seiner Seligkeit verstößt. Darum genügt eine einzige Todsünde, um die schwersten ewigen Strafen der Hölle über den Sünder hereinbrechen zu lassen.

Eine einzige Todsünde, selbst nur in Gedanken begangen, beraubte eine große Schar seliger, vollkommener Engel aller Schönheit und Würde, verwandelte sie in hässliche Teufel und machte sie auf ewig in der Hölle unglücklich; - eine einzige Sünde in Gedanken und Werken , von unseren Stammvätern begangen, brachte diese und alle ihre Millionen Nachkommen um die Seligkeit des Paradieses, häufte über das ganze Menschengeschlecht Elend, Krankheit, all die tausend Übel und verschuldete den Tod aller Menschen.-

Wie viele Sünden hast aber du begangen, mein Christ?

In dem Augenblicke, wo du eine Todsünde begehst, hast du die Schönheit deiner Seele, das Gewand der heiligmachenden Gnade mit seinem kostbaren Schmucke verloren; das übernatürliche Ebenbild Gottes ist vertilgt und das Brandmal der Verdammnis ist dir eingeprägt; darum bist du ein Gegenstand des Missfallens, ja des Abscheues vor Gott. Der hl. Geist, dessen Tempel du warst, ist von dir gewichen; der Teufel mit seinem Anhange hat nun Freude an dir und wünscht, dich ganz in Besitz zu nehmen.

Darfst du dich daher wundern, dass das, was du im Stande der Todsünde tust, kein Wohlgefallen und Wert hat vor Gott, und dir zu deinem Heile nichts nützt?

Selbst das Gute, das du vor deinem Falle geübt, ist verloren, bist du nicht durch aufrichtige Buße und Versöhnung mit Gott die Verdienste der guten Werke wiedergewonnen.-

Ist ein solcher Zustand für dich, mein Christ, nicht ganz unerträglich? Darum eile, ihn zu bessern!

So furchtbar groß ist die Schuld der Todsünde, dass Niemand dieselbe tilgen konnte, als der Sohn Gottes, dein Heiland Jesus Christus! Bedenke, was es den heiligsten, vollkommensten, liebevollsten Jesus gekostet hat, die Gerechtigkeit Gottes wegen deiner von dir begangenen Sünden zu versöhnen. Um deiner Sünden willen litt Er Schmach und Schmerz, Mühsale und Pein, blutige Streiche und den grausamen, entsetzlichen Tod am Kreuze.-

Wolltest du , mein Christ, Ihn umsonst leiden lassen? Oder wolltest du gar Seine Schmerzen erneuern? –

Um seines bitteren Leidens willen, wende dich ab von der Sünde, und beginne jetzt, Jesum zu lieben und Ihm treu zu dienen?

Aber auch die lässliche Sünde verabscheut Gott. Denn obgleich er unendlich gütig ist, nimmt Er doch keine Seele zu Sich in Sein Reich, die noch mit den Makeln der Sünde behaftet ist; der letzte Heller und Pfennig muss im Fegefeuer abgebüßt und bezahlt werden. –

Warum also vermeidest du sie nicht, mein Christ?

Durch die lässliche Sünde verlierst du zwar das Ebenbild Gottes nicht, aber dennoch wird dasselbe getrübt und die heiligmachende Gnade verringert. Wer beständig einen noch so schönen Spiegel befleckt, wird sich zu guter letzt in demselben gar nicht mehr betrachten können; so setzest du dich durch wiederholte

lässliche Sünden der Gefahr aus, die Gnade Gottes gänzlich zu verlieren, in die Todsünde zu geraten. –

Wie viel hast du daher nicht Ursache, die lässliche Sünde zu fürchten, dich von ganzem Herzen von ihr abzuwenden, und zu Gott in Buße zurückzuwenden?

(Bemerkung: Durch Betrachtung und Beherzigung dieser Punkte vermagst du dich im Inneren in den rechten Bußgeist zu versetzen, auch ohne dass du bestimmte Gebete verrichtest)

Reuegebet nach dem hl. Franz Xaver

O mein Gott! Ich liebe Dich über alles und aus meinem ganzen Herzen. Es schmerzt mich, dass ich Dich beleidigt habe. – Ich hasse und verwünsche nun von ganzem Herzen alle meine Sünden, besonders diese ( zähle hier alle deine Sünden auf), weil ich Dich, mein höchstes Gut, dem ich allen Dienst und Verehrung schuldig bin, dadurch beleidigt habe. – Aus innigster Liebe und weil ich Dich über alles schätze, fass ich den festen Entschluss, nie etwas zu tun, was Deinem heiligsten Willen zuwider ist, oder mich Gefahr setzen könnte, deine heilige Gnade zu verlieren. – O Herr, sei meiner armen Seele gnädig! Amen.

Klage des hl. Augustinus

Vor Dein Angesicht, o Herr, bringen wir unsere Sünden und vergleichen sie mit den Strafen, die wir empfangen haben.- Wenn wir erwägen das Böse, was wir getan, so ist viel geringer, was wir leiden, viel größer ist, was wir verdienen.- Schwere ist, was wir verbrochen, leichter, was wir erdulden.- Wir empfinden die Strafe der Sünde und beharren doch hartnäckig auf der Sünde.- Unter deiner Geißel wird unsere Schwäche aufgerieben, und unsere Bosheit ändert sich nicht.- Das kranke Gemüt quält sich, und der Nacken beugt sich nicht.- Wenn du langmütig schonest, so bessern wir uns nicht, und wenn du strafest, so halten wir es nicht aus.- Währen der Strafe bekennen wir, was wir getan, nach der Heimsuchung vergessen wir, was wir beweint.- Wenn Du die Hand ausstreckst, versprechen wir, recht zu tun; wenn Du das Schwert aufhängst, halten wir nicht, was wir versprochen.- Wenn du schlägst, schreien wir, dass Du schonest; wenn du schonest, reizen wir Dich, dass Du schlagest. Siehe Herr! Wir bekennen uns schuldig.- Wir wissen, dass wenn Du nicht verzeihest, wir mit Recht verderben.- Verleihe, Vater, Allmächtiger, ohne unseren Verdienst, um was wir bitten, der Du aus Nichts gemacht hast alle, welche Dich bitten; durch Jesum Christum, unseren Herrn. Amen

d.) Nach der Beichte

Lob, Dank und Preis sei Dir, o mein Gott! Für Deine Erbarmung, Güte und Barmherzigkeit! - Du wolltest nicht den Tod des Sünders, sondern dass er sich bekehre und lebe. Darum riefest Du mich durch Deine zuvorkommende Gnade zur Erkenntnis meiner Sünden und hast mich zur Reue und Buße geführt. Du verschmähtest nicht die Zerknirschung meines Herzens, sondern mit Vaterliebe hast Du mich wieder aufgenommen und durch das hl. Sakrament der Buße mir alle meine Sünden vergeben. Zerrissen sind die Banden, welche mich an das Verderben fesselten; ich bin der Freiheit der Kinder zurückgegeben und mit dem Himmelsfrieden beseligt.- Diese Freiheit, diesen Frieden will ich nicht wieder verlieren. Von diesem Augenblicke an will ich Dich, o mein Erbarmer, ewig lieben, und so gut es möglich ist, durch wahren Eifer, durch kindlichen Gehorsam, durch immerwährendes Andenken an Dich, durch fromme Ergebenheit in Deinen hl. Willen, durch sorgfältige Wachsamkeit über mich und meine Sinne, und durch treue Erfüllung meiner Pflichten will ich das ersetzen, was ich in unkluger Verblendung und Nachlässigkeit versäumt habe. – Aufrichtig ist dieser Vorsatz; aber dennoch weiß ich auch aus Erfahrung recht wohl, dass ich auf mich nicht vertrauen kann. Ich kenne meine große Schwäche; aber das soll mich nicht entmutigen, nicht verzagt oder kleinmütig machen. Antreiben soll mich dies vielmehr, allein auf Dich, Allmächtiger, mein vertrauen zu setzen. Du kannst, Du willst mir helfen. Du hast mir den willen zu meiner Besserung gegeben, nun gib auch das Vollbringen! Unterstütze mich im Kampfe gegen die Sünde; lass mich die Torheit und den Trug derselben recht erkennen; erfülle mich mit tiefem Abscheu gegen dieselbe; gib mir Kraft gegen die Versuchung, Stärke gegen meine böse Neigungen, Hilfe gegen alle Feinde meiner Seele, damit ich im Guten beharre,

heilige Maria, hl. Schutzengel und ihr lieben Heiligen Gottes! Stehet mir bei durch eure kräftige Fürbitte in den vielen Versuchungen und Anfechtungen diese Lebens. Erflehet mir die Gnade der Beharrlichkeit im Guten. Amen

(Verrichte hier, wenn es angeht, das auferlegte Bußwerk)

O mildester Vater! In Vereinigung aller Bußwerke, die jemals aus Liebe zu Dir geschehen sind, opfere ich Dir diese meine Beichte und Buße auf und bitte Dich, Du wollest sie durch die Verdienste des bitteren Leidens und Sterbens Deines Sohnes und durch die glorreiche Fürbitte und Verdienste der allerseligsten Jungfrau Maria und aller Auserwählten Gottes Dir angenehm und wohlgefällig, mir aber zum Segen ersprießlich sein lassen. Besonders wollest Du mich stärken, dass ich von nun an meine Vorsätze getreu ausführe, im Kampfe gegen die Schwachheiten meiner Natur und die Versuchungen der Welt und des Satans standhaft ausharre, dass ich meinen bösen Neigungen beharrlich widerstehe und von jetzt ab, da ich innerlich erneuert bin, auch wirklich ein ganz neues Leben der Tugend und des Eifers im Guten beginne. – Was mir aber an Vorbereitung zum Empfange dieses hl. Sakramentes , an vollkommener Reue und kräftigem Vorsatz, an klarer und genauerer Beichte bei meiner Schwachheit und Unvollkommenheit noch mangelt, das empfehle ich durch die Hände der seligsten Jungfrau in das heiligste Herz Jesu, damit darin meine Mängel und Nachlässigkeiten verbessert und erstattet werden.

O Jesu, der Du mich, wie ich hoffe, von allen Sünden gereinigt, mich von allen Krankheiten der Seele gesund gemacht hast; gib mir Deinen Segen, kraft dessen ich in Frieden hingehe, mein Leben bessere und nimmer mehr sündige. Amen

(Bedenke, dass du durch das heilige Sakrament der Buße mit Gott, deinem Vater, wieder ausgesöhnt bist, und dass Er geneigt ist, das Gebet Seines wiedergefundenen Kindes jetzt eher zu erhören, als zu einer anderen Zeit. Darum verweile noch eine Zeit lang im Gebete; bete für dich und deine Angehörigen, deine Wohltäter und für die du sonst zu beten schuldig bist; bete vor allem für die heutige katholische Kirche, die nach dem Freimaurer- und Modernistenputsch von 1958 zu einem winzigen Restbestand zusammengeschrumpft ist, und genauso wie zu Anbeginn des Christentums, ein Katakombendasein fristet. Bitte inständigst den Herrn, er möge ihr wieder einen Papst schenken( sofern dies seinem heiligsten Willen entspricht), und diese nun schon seit 1958 andauernde Sedisvakanz beenden.)

 

 

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Letzte Änderung: 27-11-2006