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Einführung in den Glauben der Novus Ordo Sekte
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Walter der KasperEine Einführung in den Glauben der V2-Sekte (Kirche zum Mitreden, 09.07.2001)
Die Erfolgsstory
"4100 Autoren, 16 Millionen
Mark Gesamtkosten, sieben wissenschaftlich hochkarätige
Herausgeber, 14 Jahre Dauer – das sind die Eckdaten eines
Buchprojekts, das der Herder Verlag in Freiburg jetzt
redaktionell abgeschlossen hat. Die völlig neu bearbeitete,
dritte Auflage des Standardwerks „Lexikon für Theologie und
Kirche“ liegt damit von A bis Z in zehn Bänden (1993-2001) vor.
Das lexikalische Großprojekt ist eine Erfolgsstory. [...]
Traditionell gilt es als katholisches Kompendium, doch hat es
längst jede konfessionelle Begrenzung überwunden. Zu den Autoren
und Autorinnen der neuen Ausgabe gehören neben katholischen
Theologen auch evangelische, orthodoxe, anglikanische und
protestantische. [...] Walter Kasper u.a.(Hg.): Lexikon für
Theologie und Kirche. Herder Verlag. Dritte Auflage, Bd. 10:
Thomaschristen bis Zytomyr, 1535 S., 450 Mark."
Kasper und Ratzinger
Neues
Deutschland
05.07.2001: "Der Chefideologe des Papstes. Seit 50 Jahren im
Dienst der Kirche: Kardinal Ratzinger feiert sein »Goldenes
Priesterjubiläum«" Lassen wir uns also von diesem törichten Mediengesülze bzgl. angeblicher "Differenzen" zwischen den "Kardinälen" nicht irritieren und bleiben wir statt dessen bei den Fakten: Kasper ist die Karriereleiter in der V2-Sekte mächtig nach oben geklettert, er war z.B. maßgeblich am Apostatenkatechismus beteiligt, nie wurde auch nur ein Buch von ihm von Rom zensiert, und nie hat er selbst auch nur eine Häresie widerrufen. Die hohen Auflagennummern beweisen, dass Kasper sich über Jahre hinweg treu geblieben ist mit seiner radikal antichristlichen Überzeugung.
Walter der Kasper
Einführung in den Glauben
Das von uns nun
vorgestellte Buch "Einführung in den Glauben" (1972; uns
vorliegende Ausgabe: 7. Auflage 1983) dürfte das wohl
einflussreichste im gesamten Wirken WdKs sein. Zunächst einmal
ist es relativ kurz, wodurch es für Lesefaule zusätzlich
interessant wird. Mit einer Wörterzahl von ca. 60.000 (sehr
großzügig geschätzt) liegt es bereits vom Umfang weit unter dem
"Grundkurs des Glaubens" von Karl Rahner.
Zudem ist EidG nach den Prinzipien der Propaganda (s.
Mein Kampf) aufgebaut: Einfache,
eingängige Formulierungen werden immer wiederholt, so dass man
das Buch bequem in zwei Stunden gelesen haben kann. Vorwort
(9-11) "Die folgenden
zehn Vorlesungen gehen zurück auf ein Experiment, das im
Sommersemester 1970 vom Fachbereich für Katholische Theologie in
Münster und im Sommersemester 1971 vom Fachbereich für
Katholische Theologie in Tübingen unternommen wurde. Anlaß war
der oft geäußerte Wunsch nach Orientierung innerhalb der
Umorientierung gegenwärtiger Theologie sowie nach einer
stärkeren Verbindung von Theorie und Praxis. Um diesem Bedürfnis
zu entsprechen, wurden die hier in überarbeiteter und etwas
erweiterter Form veröffentlichten Vorlesungen im Rahmen eines
Kontaktstudiums für Seelsorgepriester, Religionslehrer und
Katecheten gehalten. Sie dienten zugleich der Einführung von
Studienanfängern in Grundprobleme der systematischen Theologie.
Die Vorlesungen vor diesem bunt gemischten Auditorium gehören zu
meinen bisher schönsten Erfahrungen in der akademischen
Lehrtätigkeit, was um so mehr hervorgehoben zu werden verdient,
als solche »Tröstungen« beim gegenwärtigen Universitätsbetrieb
nicht gerade häufig sind. Selbstverständlich bin ich darauf
gefaßt, daß nun gefragt wird, ob diese Vorlesungen als
progressiv oder als konservativ zu bezeichnen sind, ob sie
gesellschafts- und kirchenkritisch oder systemerhaltend wirken.
Doch solche Schlagworte scheren mich wenig. Ich versuchte mit
meinen Hörern schlicht Theologie zu treiben und hatte den
Eindruck, daß genau dies gefragt war und ankam. Der Prozeß des
Umdenkens, in dem sich Kirche und Theologie befinden, kann nur
gelingen, wenn er zum Zentrum vorstößt und von der Mitte her
geschieht. Das Wort »glauben« bezeichnet diese Mitte; es umfaßt
das Eine und Ganze christlicher und kirchlicher Existenz. An
dieser zentralen und fundamentalen Stelle gilt es darum, den
Herausforderungen der Neuzeit standzuhalten. Nur so kann
Theologie etwas zum Heutigwerden der Kirche beitragen. Daß
Theologie auch etwas mit Kirchenreform und gesellschaftlicher
Verantwortung zu tun hat, kann man auf den folgenden Seiten
ausführlich begründet nachlesen. Daß indes Theologie nicht
Allotria zu treiben braucht, um spannend und interessant zu
sein, wird man bei dieser Lektüre hoffentlich auch finden. Wo
Theologie bei ihrer Sache bleibt und sich um ein lebendiges
Verstehen des Glaubens bemüht (fides quaerens intellectum), da
wird sie von selbst zu einer Demonstration gegen die Glaubens-
und Hoffnungslosigkeit innerkirchlicher Reaktionäre, die ja nur
deshalb die disziplinären Schrauben anziehen und alle möglichen
politischen Kniffe anwenden zu müssen meinen, weil sie ihrer
Sache nichts zutrauen und nicht davon überzeugt sind, daß diese
Sache heute nochmals eine wirkliche Chance haben kann. Wo
Theologie bei ihrem Leisten bleibt, da wird sie aber auch zu
einer Demonstration des Glaubens und der Hoffnung gegen jene
kopflose Flucht nach vorn, die ein reiches Erbe für das
Linsenmus des fragwürdigen Beifalls derer verschleudert, die
auch ohnedies bisher schon gemerkt zu haben glauben, daß an der
Sache des Glaubens nichts dran ist. Die Konservativen und die
Progressiven sind sich da sehr ähnlich. Mit solchen Abgrenzungen
nach rechts wie nach links setze ich mich mit Vergnügen zwischen
alle bereitstehenden Stühle. Die Schlag- und Reizwörter, mit
denen man auf der einen oder auf der anderen Seite Beifall
einheimsen kann, sind leicht zu lernen. Theologisches Denken
dagegen ist anspruchsvoller. Denken hat es mit Unterscheiden zu
tun. In einer Situation, da Differenzieren als Unehrlichkeit und
Schwäche desavouiert wird, gilt es die hohe Kunst scholastischer
Disputation mit ihrem pro et contra wieder zu lernen. Das Motto
»Zwischen den Zeiten« muß man heute durch die Devise »zwischen
den Fronten« zu kämpfen ersetzen. Wer dies als halbherzige
Theologie des Sowohl-als-auch denunziert, hat nicht begriffen,
daß die Mitte kein harmloser geometrischer Punkt, sondern ein
Spannungsfeld ist, das die Extreme aushält und nur im Hinblick
auf sie beschrieben werden kann. Extreme Positionen sind darum
auch wesentlich leichter durchzuhalten. Vermittlung dagegen
erfordert geistige Kraft. Diese gilt es zu reaktivieren. Denn
entgegen der weit verbreiteten triumphalistischen Legende, daß
es die heutige Theologie gegenüber der Tradition sehr weit
gebracht habe, halte ich den gegenwärtigen Zustand der Theologie
geradezu für desolat. Wo findet sich denn in der verwirrenden
Fülle von Diskussionsbeiträgen ein überzeugender Neuansatz, wo
ein großangelegter Wurf, der auch nur im
entferntesten mit den großen Werken der Tradition
verglichen werden könnte? Die vorliegenden Vorlesungen erheben
nicht den Anspruch, selbst schon so etwas wie eine neue Summula
der Theologie zu bieten. Sie möchten jedoch eine Einführung in
wesentliche Probleme systematischer Theologie leisten und dabei
einen eigenen systematischen Ansatz versuchen. Er will nicht zur
Begeisterung anspornen, sondern zum Denken anhalten. Auf diese
Weise wollen diese Vorlesungen zeigen, daß sich der christliche
Glaube auch vor dem modernen Denken verantworten läßt und daß
heutige Theologie, wo sie seriös betrieben wird, nicht zur
Verwirrung führt, sondern das befördern kann, wovon in der
letzten Vorlesung ausdrücklich die Rede ist: die
Hoffnungsdimension des Glaubens. Zu danken habe ich vor allem
meinen Hörern in Münster und Tübingen. Ihre Fragen und
Anmerkungen sind in den endgültigen Text mit eingegangen. Danken
möchte ich meinen Assistenten, Herrn Dr. G. Greshake und Herrn
H. Tiefenbacher, sowie Herrn B. Schrott für die Mithilfe bei der
Fertigstellung des Textes, beim Lesen der Korrekturen und für
die Erstellung der Register. Frau A. Bück habe ich für die
Fertigstellung des Manuskripts zu danken. Widmen möchte ich
diese Schrift einem meiner Lehrer, von dem ich schon sehr früh
in den Spannungsreichtum einer Theologie der schöpferischen
Mitte eingeführt wurde, Heinrich Fries zum 60.
Geburtstag.
Gott , so wie ihn der fanatische Satanist Walter der Kasper sieht, beziehungsweise nicht sieht, da er gar nicht an Ihn glaubt (13) "Dieses vieldeutige Wort [das Wort Hegels und Nietzsches vom Tod Gottes, ebd.] will ja nicht sagen, Gott sei in einem lebensgeschichtlichen Sinn gestorben, was in sich eine unsinnige Aussage wäre. Man will damit auch nicht sagen, daß Gott nicht »ist«, denn die Behauptung der Nichtexistenz Gottes ist streng genommen ebensowenig beweisbar wie die entgegengesetzte Behauptung seiner Existenz. Gemeint ist mit der Rede vom Tod Gottes vielmehr, daß Gott insofern tot ist, als vom Glauben an ihn keine Impulse ausgehen, welche das Leben und die Geschichte bestimmen, daß er nicht mehr lebendig in unserem Leben gegenwärtig ist und daß die Aussagen des Glaubens nicht mehr die wirklichen Probleme und Erfahrungen der Menschen treffen." (15f) "Wir werden mit dem Schlagwort von der Glaubenskrise also vorsichtig umgehen müssen. Das Wort »Krise« hat für das durchschnittliche Bewußtsein einen einseitig negativen Klang. Glaubenskrise bedeutet hier soviel wie Glaubensruin. Im ursprünglichen Sinn des Wortes bedeutet Krise jedoch Entscheidungssituation. In einer kritischen Situation sind die bisherigen Strukturen und Formen nicht mehr selbstverständlich. Damit ist ein Raum der Freiheit und eine Chance zum Handeln gegeben. Die Zukunft ist damit offen. Eine Krise kann deshalb sowohl zum Ruin führen wie zum Kairos werden; eine Glaubenskrise kann auch zur Erneuerung und Vertiefung des Glaubensverständnisses führen. Solche kritische Wendepunkte hat es in der Kirchen- und Theologiegeschichte immer wieder gegeben. Man denke an die konstantinische Wende, die gregorianische Reform, an das Zeitalter der Reformation. Der Glaube mußte hier jeweils durch einen immensen geschichtlichen Wandlungsprozess hindurch seine Identität wahren. Vermutlich stehen wir heute wieder an einem solchen epochalen Wendepunkt der Kirchen- und Dogmengeschichte. Wohin sie führt, ist nicht von vornherein entschieden, das entscheidet sich vielmehr erst durch uns. Das ist in der gegenwärtigen Krise der Kairos unserer Situation. Wir müssen also fragen: Was bedeutet der christliche Glaube angesichts der neuzeitlichen Situation? Wie artikuliert und verwirklicht er sich heute? Welches ist sein Ort und sein Auftrag in der gegenwärtigen Gesellschaft? Um hier zu einer klaren Zukunftsperspektive zu kommen, müssen wir zunächst die gegenwärtige Glaubenssituation genauer zu verstehen suchen. Dies wiederum ist nur mit Hilfe einer geschichtlichen Analyse möglich. Sie allein ermöglicht uns, Eintagsphänomene von weiterreichenden geschichtlichen Perspektiven zu unterscheiden und im Wirrwarr der Schlagworte Klarheit zu bekommen. Wir müssen unsere Situation also in dem größeren Zusammenhang der Geistes, Gesellschafts- und Theologiegeschichte sehen. (18f) "Im Bereich des menschlichen Erkennens hat die kritische Einstellung der Neuzeit und die Abkehr von der Tradition die modernen Erfahrungswissenschaften ermöglicht. Sie haben unser Weltbild grundlegend verändert und zu einem rationalen Weltverhalten geführt. Hier gilt nicht, was durch Tradition geheiligt ist, sondern was der rationalen Diskussion standhält. Wissenschaft und Technik ermöglichen es dem Menschen, sich immer mehr zum Herrn der Wirklichkeit zu machen, sie rational zu planen, zu steuern und zu gestalten. Die Folge ist eine hominisierte und säkularisierte Welt, in der wir immer weniger den Spuren Gottes und immer mehr den Spuren des Menschen begegnen. Säkularisierung bedeutet ja nichts anderes, als daß sich der Mensch frei macht von religiösen und metaphysisch geprägten Verhaltensmustern und Denkkategorien und sich daran gewöhnt, sich an den immanenten Eigengesetzlichkeiten der verschiedenen Wirklichkeitsbereiche zu orientieren. Die Folgen der neuzeitlichen Entwicklung für den Glauben liegen auf der Hand. Das Christentum ist in dieser neuen Wirklichkeit weitgehend ortlos geworden. Sein Welt- und Menschenbild, sein Autoritätsverständnis waren zutiefst von einer nunmehr endgültig überwundenen Epoche geprägt. Das mußte den Glauben in den Verdacht bringen, er sei im Grunde nichts anderes als die Ideologie einer vergangenen Ordnung und ein Hemmschuh für den Fortschritt. Bis zu einem gewissen Grad ist es deshalb verständlich, daß die Kirche die neuzeitliche Emanzipation lange Zeit fast ausschließlich als Abfall von der theonomen Ordnung, als Zerfalls- und Auflösungsprozeß verurteilte. Es gibt wohl kaum eine grundlegende neuzeitliche wissenschaftliche Entdeckung, welche nicht schon einmal von einer der Kirchen verurteilt oder beargwöhnt wurde. Der Fall Galilei ist nur das berühmteste Beispiel einer recht unrühmlichen Kette von Verurteilungen. Das Zweite Vatikanische Konzil bedeutet hier eine Wende. Wenn das Konzil die Eigenständigkeit der innerweltlichen Kultursachbereiche anerkennt und sich zum Prinzip der Religionsfreiheit bekennt, dann sind damit entscheidende Motive der Aufklärung aufgegriffen und als christlich legitim rezipiert worden. Zu Recht!, denn es war die Bibel, in der erstmals die unverletzliche Würde und die Freiheit jedes Menschen, seine Gleichheit vor Gott und damit die Brüderlichkeit aller Menschen klar ausgesprochen wurde. Schon die beiden Schöpfungsberichte der Genesis vollziehen eine Entnuminisierung der Welt und setzen den Menschen zum Herrn der Wirklichkeit ein, beauftragt, sich die Erde untertan zu machen."
(20f) "Man kann
verstehen, daß die Kirche der Neuzeit und viele Vertreter des
neuzeitlichen Denkens vor diesen Konsequenzen zurückgeschreckt
sind. Aus diesem Erschrecken bildete sich eine zweite wichtige
Strömung neuzeitlichen Denkens: die Philosophie der
Restauration. Sie hat die Theologie und Praxis der Kirche vor
allem seit Beginn des 19. Jahrhunderts nachhaltig bestimmt.
Männer wie J. de Maistre, L. de Bonald, D. Cones, C. L. Haller
u. a. erkannten, daß die menschliche Vernunft wesentlich auf
Sprache, Überlieferung und Autorität angewiesen ist. Allein die
Autorität kann nach ihnen Wahrheit und Ordnung garantieren. Die
menschliche Freiheit kann darum, da sie nur geschichtlich und
gesellschaftlich möglich ist, nie absolut autonom sein. Unser
Verstehen ist auf Sprache, Überlieferung und Gemeinschaft
angewiesen; deshalb geht der Glaube (im weitesten Sinn des
Wortes) der Vernunft voraus. Auf diese Weise entstand eine ganze
Philosophie der Autorität. (24f) "Am ehesten kann man die gegenwärtige Situation als Zeit einer zweiten Aufklärung beschreiben. Die zweite Aufklärung bedeutet eine Aufklärung der Aufklärung über sich selbst, eine Metakritik ihrer Kritik. Dabei stellt sich heraus, daß die Aufklärung gar nicht so voraussetzungslos war, wie sie meinte, sondern von einem uns heute geradezu naiv anmutenden Glauben an die Vernunft und die Freiheit beseelt war. Für uns heute ist die Freiheit des Menschen alles andere als selbstverständlich; sie ist sogar eine höchst problematische Angelegenheit. Wir wissen uns auf vielfache Weise psychologisch, soziologisch, biologisch determiniert. Wir wissen, daß die Vernunft niemals am Nullpunkt anfängt, sondern daß schon die Frage nach der Vernunft und ihrer Freiheit eine geschichtlich bedingte Frage ist, welche die ganze abendländisch-christliche Geschichte voraussetzt. Schließlich muß man fragen: Sind wir überhaupt frei? Ist das Vertrauen in die Vernunft selbst vernünftig? Der idealistische Glaube an die durchgängige Vernünftigkeit und an alles durchwaltende Ideen ist uns aufgrund der Erfahrung des 20. Jahrhunderts gründlich vergangen. Die zweite Aufklärung ist deshalb wesentlich nüchterner und bescheidener als die erste Aufklärung. Sie macht uns die grundsätzliche Endlichkeit des Menschen bewußt und hat ein tiefes Bewußtsein von der Relativität und Faktizität der Wirklichkeit wie von der Vorläufigkeit aller unserer Begriffe und Verstehensmodelle." (30) "Bei aller Ungeschuldetheit und Gnadenhaftigkeit ist der Glaube auch ein voll und ganz menschlicher Akt. Der Mensch ist es, der glaubt, und nicht der Heilige Geist im Menschen. Als menschlicher Akt darf der Glaube jedoch keine Willkürentscheidung sein. Er muß als menschlich sinnvoll und als intellektuell redlich und verantwortlich erkannt werden. Anders wäre er weder Gottes noch des Menschen würdig. Deshalb darf der Glaube nie bloß ein frommer Aufschwung an der Welt vorbei sein. Ein solcher - nur scheinbar - »reiner« Glaube wäre bloße Flucht und müßte früher oder später als leer und unwirklich entlarvt werden. Es genügt darum in der Verkündigung nicht, den Menschen kerygmatische und dogmatische Formeln um den Kopf zu schlagen und zu sagen: »Friß, Vogel, oder stirb«. Es verrät ein falsches Verständnis vom Glauben, wenn man nur immerzu wiederholt, wer dies und jenes nicht mehr hält, gehört nicht mehr zu uns, oder wenn man nur zynisch fragt: Wollt auch ihr weggehen? Theologie und Verkündigung müssen in einem recht verstandenen Sinn missionarisch sein, d. h. sie müssen die Formeln des Glaubens so aufschließen, daß sie in den konkreten menschlichen Situationen verständlich sind und zu einem echten Anspruch an den Menschen und zur Herausforderung zur Entscheidung werden. Es genügt nicht, die formale Autorität Gottes oder der Kirche zu strapazieren, sondern es geht darum, zu einer mündigen Glaubensentscheidung zu verhelfen." (38f) "So erweist sich die Frage nach dem Sinn unseres Daseins und unseres Einsatzes in der Geschichte als ein möglicher Zugang zu dem Gott, den die Schrift als den Gott der Hoffnung (Rom 15, 3) bezeugt. Nicht als könnten wir Gott auf diese Weise beweisen. Die Botschaft von Gott erweist sich aber als ein sinnvolles Angebot für ein sinnvolles Menschsein; sie ist zugleich eine Zumutung zum Einsatz." (41) "Fassen wir zusammen: Wir gingen aus von der Frage, wie man den Glauben an Gott heute intellektuell redlich setzen und verantworten kann. Wir haben keinen Gottesbeweis geführt. Das ist uns nicht zuletzt durch die Erfahrung des Leids und der Grenzen des Menschen verwehrt. Die Erfahrungen des Sinnlosen wollen ebenso ernstgenommen werden wie die Zeichen und Spuren von Sinn. Absoluten Sinn können wir deshalb nur im Modus der Hoffnung annehmen. Solche Hoffnung ist vom menschlichen Leben unablösbar. Die Alternative könnte nur Verzweiflung und Selbstmord oder absolute Gleichgültigkeit - »lasset uns essen und trinken, denn morgen sind wir tot« (l Kor 15, 32) - sein. So bleibt nur die Hoffnung, daß Sinn und nicht Unsinn, daß Recht und nicht Unrecht, daß Wahrheit und nicht Lüge, daß Glück und nicht namenloses Leid sich als das Letzte in der Geschichte erweisen. Das, was die Schrift und die christliche Tradition »Gott« nennen, erweist sich als ein Angebot an die Hoffnung des Menschen. Gott kann deshalb sinnvoll zur Sprache gebracht werden als die Macht der Zukunft, als die Zukunft unserer Zukunftsentwürfe, als die Macht, welche uns zu unserem Menschsein befreit und ermutigt. Die absolute Zukunft der Geschichte könnte Gott freilich nicht sein, wenn er nicht auch die absolute Herkunft aller Wirklichkeit wäre. Insofern kann und muß ein geschichtlich orientiertes Denken die Fragen und Anliegen der klassischen Metaphysik in kritischer und schöpferischer Weise aufgreifen." Anmerkung und Analyse zu den vom Kasper aufgeführten Häresien bezüglich Gott
Zu 13: "Die Behauptung
der Nichtexistenz Gottes ist streng genommen ebensowenig
beweisbar wie die entgegengesetzte Behauptung seiner Existenz."
Die katholische Theologie sieht das wohl etwas anders als WdK,
z.B. F. Diekamp, Katholische Dogmatik, Bd. I, Münster (10)1949,
101: "Die menschliche Vernunft kann mit ihrer natürlichen Kraft
Gott aus den sichtbaren Werken der Schöpfung als die Ursache aus
den Wirkungen förmlich beweisen. Fidei proximum, wenn nicht de
fide". Im
Antimodernisteneid
heißt es: "Ich umfasse fest und nehme an alles und jedes
Einzelne, was vom irrtumslosen Lehramt der Kirche bestimmt,
aufgestellt und erklärt ist, besonders die Hauptstücke ihrer
Lehre, die unmittelbar den Irrtümern der Gegenwart entgegen
sind. Erstens: Ich bekenne, daß Gott, der Ursprung und das Ende
aller Dinge, mit dem natürlichen Licht der Vernunft durch das,
was geschaffen ist, d.h. durch die sichtbaren Werke der
Schöpfung, als Ursache mittels der Wirkung, mit Sicherheit
erkannt und auch bewiesen werden kann."
Zu 15f: "Das Wort
»Krise« hat für das durchschnittliche Bewusstsein einen
einseitig negativen Klang. Glaubenskrise bedeutet hier soviel
wie Glaubensruin. Im ursprünglichen Sinn des Wortes bedeutet
Krise jedoch Entscheidungssituation." WdK zeichnet daraufhin das
rosarote Bild einer neuen Freiheit, allerdings besteht hier
formal gesehen ein eklatanter logischer Bruch: In der Tat ist
die "Glaubenskrise", die von V2 ausging, der Glaubensruin: Mit
V2 wird die Apostasie als "neues Pfingsten" aufoktroyiert,
"Umorientierung" und "Reformen" sind angesagt, und die
"Ökumene"
ist gar
"unumkehrbar". Eine
"Entscheidungsfreiheit" besteht aber objektiv nicht insofern,
als ob nun freigestellt würde, Dogmen und Kirchenstrukturen
(wobei die hierarchische Struktur wiederum ein Dogma ist)
abzuändern oder einfach aufzugeben, sondern es besteht nur
weiterhin die stets vorhandene Freiheit, den katholischen
Glauben anzunehmen oder nicht. Die konstantinische Wende (313)
beendete die Christenverfolgungen und brachte der Kirche
öffentliche Sicherheit. Mit der "gregorianischen Reform" meint
WdK wohl die Ausbildung des Kirchenstaates bei der Verwaltung
des "Patrimonium Petri", d.h. der Landschenkungen an den Papst,
durch Papst Gregor I. den Großen (590-604); allerdings hat
Gregor I. auch z.B. viel für die Ausgestaltung der Liturgie
getan, weswegen sich z.B. der Begriff "Gregorianischer Choral"
eingebürgert hat. Die Reformation ist der öffentliche Abfall des
wahnsinnigen Häretikers Martin Luther und anderer Wirrköpfe von
der Kirche Christi.
Zu 18f: "Das Christentum
ist in dieser neuen Wirklichkeit weitgehend ortlos geworden.
Sein Welt- und Menschenbild, sein Autoritätsverständnis waren
zutiefst von einer nunmehr endgültig überwundenen Epoche
geprägt."
Zu 20f: "Das Zweite
Vatikanische Konzil kann in gewisser Hinsicht als Abkehr von
dieser gegen die Neuzeit gerichteten restaurativen Mentalität
verstanden werden. Eine solche Öffnung ist selbstverständlich
nicht ohne Krisen möglich. Die Kirche scheint damit auf den
ersten Blick das aufzugeben, was bisher ihre Stärke war und was
sie zum Anziehungspunkt für viele wache Geister, aber auch zur
Heimat für alle, die nach Sicherheit suchten, machte. Eine
kräftige Wiederbelebung restaurativer Tendenzen ist im
Augenblick völlig unübersehbar. Eine Lösung kann die
Restauration freilich niemals sein."
Zu 24: Ein "tiefes
Bewußtsein von der Relativität und Faktizität der Wirklichkeit
wie von der Vorläufigkeit aller unserer Begriffe und
Verstehensmodelle" ist die Voraussetzung für den Relativismus,
den Vorläufigkeitswahn, in dem WdK schwelgt. Das einzig
Beständige in der V2-Sekte ist der Wandel, und hier erinnern wir
wieder an das Dogma:
Zu 30: "Es genügt darum
in der Verkündigung nicht, den Menschen kerygmatische und
dogmatische Formeln um den Kopf zu schlagen und zu sagen: »Friß,
Vogel, oder stirb«. Es verrät ein falsches Verständnis vom
Glauben, wenn man nur immerzu wiederholt, wer dies und jenes
nicht mehr hält, gehört nicht mehr zu uns, oder wenn man nur
zynisch fragt: Wollt auch ihr weggehen?" Zu 38f: "Die Botschaft von Gott erweist sich aber als ein sinnvolles Angebot für ein sinnvolles Menschsein; sie ist zugleich eine Zumutung zum Einsatz in der Geschichte." Aus der panischen Angst heraus, es könnte irgend etwas Sicheres in der V2-Sekte geben außer eben der Unsicherheit, bietet WdK mit seinem "sinnvollen Angebot" die lächerlichste Begründung, weswegen man die Existenz Gottes annehmen sollte - es hat halt praktische Vorteile. Das Leben macht mehr Spaß, reizt mehr zu Action, wenn man die Hypothese Gott zulässt. Das soll nur ja kein Gottesbeweis sein, dadurch würde ja die "neue Freiheit" genommen. Gott hat hier seine Funktion als Spaßmacher im weitesten Sinne, nicht mehr und nicht weniger wird ihm von der V2-Sekte zugebilligt.
Zu 41: "Wir haben keinen
Gottesbeweis geführt. Das ist uns nicht zuletzt durch die
Erfahrung des Leids und der Grenzen des Menschen verwehrt."
Jetzt muss es aber auch der Letzte geschluckt haben:
Gottesbeweise gibt´s nicht, "nicht zuletzt durch die Erfahrung
des Leids und der Grenzen des Menschen". Die "Erfahrung des
Leids und der Grenzen des Menschen" ist zwar ein Hinweis darauf,
dass es eine Erbsünde gibt, aber da die V2-Sekte keine Erbsünde
anerkennt (oder gleich von einem ganzen Haufen "Erbsünden"
faselt, cf.
Mussinghoff),
hat sich gefälligst jeder der Relativitätshysterie zu
unterwerfen. Jesus , so wie Ihn Satanist Kasper sieht, beziehungsweise nicht sieht, weil er gar nicht an IHN glaubt (44-46) "Die chalcedonensische Christologie hatte nach Schweitzer die historische Gestalt Jesu von Nazareth mit griechisch-philosophischer Begrifflichkeit überdeckt und damit dem modernen geschichtlichen Denken entfremdet. Deshalb wollte man nun wie ein Restaurator die späteren Schichten abtragen und die ursprüngliche Farbe und den ursprünglichen Glanz wiederherstellen; man glaubte, daß der historische Jesus, der Jesus, wie er wirklich war, dem modernen Empfinden besser entspreche als der dogmatische Christus der Zwei-Naturen-Lehre. [...] Heute ist die Geschichte der Leben-Jesu-Forschung zumindest in der ernst zu nehmenden wissenschaftlichen Literatur wohl endgültig zu Ende. Zum Zusammenbruch einer ganzen theologischen Epoche führten im wesentlichen zwei Erkenntnisse: Man erkannte: »Der Jesus von Nazareth, der als Messias auftrat, die Sittlichkeit des Gottesreiches verkündete, das Himmelreich auf Erden gründete und starb, um seinem Werk die Weihe zu geben, hat nie existiert.« Jesus war kein moderner Mensch, und man kann seine Gestalt weder in der einen noch in der anderen Weise modernisieren. Sobald man ihm näher kommt, entdeckt man eine tiefgehende Fremdheit. Es war die fundamentale Entdeckung von A. Schweitzer und J. Weiß, daß in der Mitte der Botschaft Jesu die Eschatologie stand. Sie ist uns heute so fremd wie auch nur etwas. Weiß und Schweitzer täuschten sich zwar darin, daß sie die Eschatologie Jesu apokalyptisch im Sinn einer völligen Zerstörung der bestehenden Welt und eines mirakulösen Herniedersteigens einer neuen himmlischen Welt verstanden. Aber auch wenn man diesen apokalyptischen Vorstellungshintergrund heute gewöhnlich nicht mehr dem historischen Jesus selbst, sondern späterer biblischer Überlieferung zuschreibt, hat die Entdeckung vom eschatologischen Charakter der Botschaft Jesu noch Gültigkeit. Diese eschatologische Botschaft von der Zukunft Gottes muß jedoch einem rein immanent orientierten geschichtlichen Denken nach wie vor als Mythologie erscheinen. So muß Jesu Person und »Sache« einem rein säkularistischen Denken zunächst befremdend erscheinen. Noch wichtiger war die zweite Erkenntnis: Die Evangelien lassen es nicht zu, ein Leben Jesu zu schreiben. Sie sind weder eine Biographie Jesu, noch bieten sie eine Psychologie Jesu; sie sind vielmehr in Form von geschichtlichen Berichten nachösterlicher Verkündigung. Dies ist die wohl wichtigste Einsicht der Formgeschichte, deren wichtigste Vertreter M. Dibelius und R. Bultmann sind. Die Methode und die Ergebnisse der Formgeschichte wurden lange angefeindet. Der Grund lag u. a. darin, daß sie in der Schule R. Bultmanns eng mit der existentialen Interpretation und dem Programm der Entmythologisierung des NT verbunden waren. Grundsätzlich sind sie jedoch davon unabhängig. Inzwischen fanden sie in gemäßigter Form Eingang in die Offenbarungskonstitution des Zweiten Vatikanischen Konzils. Dort werden drei Stufen der Evangelienüberlieferung unterschieden: das, was Jesus selbst tat und sagte, das, was die Apostel nach Ostern im Licht der Auferstehung und der Geistsendung »mit jenem volleren Verständnis überliefert« haben, und schließlich die Redaktionsarbeit der Evangelisten, die je nach der Situation der Kirche manches auswählten, manches zusammenfaßten, anderes verdeutlichten und dabei die Form der Verkündigung beibehielten [FN: DV 19]. Damit sind die wichtigsten Einsichten der Formgeschichte in ihren Grundzügen amtlich rezipiert. Diese beiden Erkenntnisse bedeuten das Ende der Leben-Jesu-Forschung. Systematisch ließen sie jedoch verschiedene Schlußfolgerungen zu. Auf dem Acker der historischen Skepsis ist dabei schon manch wundersame systematische Christrose gezüchtet worden. Teilweise leitete man nämlich aus dem Scheitern der Leben-Jesu-Forschung die Konsequenz ab, nun erst recht wieder ins alte Fahrwasser der dogmatischen Christologie zurückkehren zu dürfen." (50) "Die unerhörte Freiheit, mit der Jesus auftrat, wirft eine Frage auf: In welcher Vollmacht tust du das (Mk 11, 28)? Wo liegt der Grund und die Mitte dieses Daseins? Die Antwort muß lauten: Die Kraft und Inspiration zu dieser unerhörten Freiheit hat Jesus aus dem, was er als das Kommen der Herrschaft Gottes verkündete." (52-56) Jesu Verhalten, seine Botschaft und seine Taten stellen uns unweigerlich vor die Frage: Wer war dieser Jesus? Was sagt er von sich selbst? Die Antwort ist nicht einfach. Wir müssen heute davon ausgehen, daß wohl alle christologischen Hoheitstitel (Gottessohn, Menschensohn, Messias, Prophet, Gottesknecht usf.) nicht auf den irdischen Jesus zurückgehen, sondern der späteren urkirchlichen Verkündigung zuzuschreiben sind. Jesus hat nicht sich, sondern Gott und seine Herrschaft verkündet. Er hat keine Christologie gelehrt. Wir können also höchstens nach einer indirekten bzw. impliziten Christologie Jesu fragen. Diesen Weg hat schon R. Bultmann angedeutet; diesen ist die nachbultmannsche Theologie entschlossen gegangen. Er führt zu viel überzeugenderen Ergebnissen als eine ängstliche Apologetik, die einzelne Hoheitstitel als authentische JesusWorte retten will. [...] Was beim historischen Jesus implizit und indirekt angesprochen ist, wird nachösterlich explizit und direkt ausgesprochen. Die christologischen Hoheitstitel und die gesamte nachösterliche Christologie müssen verstanden werden als Antwort der Gemeinde auf den Entscheidungsruf und den Anspruch Jesu. Sie verfälschen Jesu Botschaft nicht, sondern beantworten und explizieren sie. Der unerhörte Anspruch des irdischen Jesus führt unmittelbar hinüber zu der Aussage des vierten Evangeliums: »ich und der Vater sind eins« (Joh 10, 30). Doch auch in den nachösterlichen Schichten und Schriften des Neuen Testaments finden wir keine eigentlich ontologischen Aussagen im Sinn der späteren Zwei-Naturen-Lehre. Das Neue Testament kennt vielmehr eine funktionale Christologie, d. h. Aussagen, welche Jesu Heilsbedeutung zum Ausdruck bringen. Es kommt ihm nicht so sehr darauf an zu sagen, wer Jesus in sich ist, sondern was er für uns bedeutet. Doch hätte man den Sinn dieser Feststellung verfehlt, wollte man beides gegeneinander ausspielen. Es ist für Jesus geradezu charakteristisch, daß er sich völlig mit seiner Funktion identifiziert. Er ist, was er bedeutet. Seine Botschaft ist gedeckt durch seine Person. Man muß von ihm geradezu sagen: seine Person ist reine Funktionalität; Person und Funktion sind hier gar nicht zu trennen. Er versteht sein Leben ganz als Gehorsam gegenüber dem Vater und ganz als Dienst für die Menschen. Er will nichts aus sich und nichts für sich sein. Von Gott her ist er ganz der Mensch für die andern. In dieser doppelten Offenheit engagiert und verzehrt er sich bis zum Tod. So ist er in seiner Person die Daseinsweise der Herrschaft der Liebe Gottes. Er ist dies alles so radikal, daß er in seinem freien menschlichen Gehorsam ganz Leerform und Instrument für Gottes Dasein und Handeln in der Geschichte ist. In diesem Sinn ist er der Sohn Gottes. In seinem ganz und gar menschlichen Gehorsam ist Jesus die Daseinsweise Gottes. Deshalb hat auch das spätere kirchliche Dogma, wonach Jesus ganz Mensch und ganz Gott ist, sein Recht. Es bringt unter einer zeitbedingten Fragestellung in bestimmter geschichtlicher Terminologie die »Sache« Jesu gültig, wenn auch auslegungsbedürftig und überholbar zum Ausdruck. Durch seinen Gehorsam eröffnet uns Jesus eine neue Möglichkeit des Menschseins: im Gehorsam gegen Gott restlos engagiert zu sein für den Nächsten. Als der Gehorsame ist er Zeuge einer neuen Weise der Existenz: des Daseins aus dem Glauben. Glauben bedeutet darum letztlich nichts anderes als das Eingelassenwerden in Jesu innerste Haltung. Durch Jesus ist uns die Möglichkeit zu einer neuen Freiheit geschenkt, welche sich erweist im Dienst für die andern. Dieser Entwurf eines neuen Menschseins nimmt alles auf, was edel, gut und groß ist an anderen menschlichen Leitbildern. Er liegt aber auch quer zu allem anderen. Was Existenz aus dem Glauben konkret ist, läßt sich nur an Jesu eigenem Verhalten ablesen. Er ist Zeichen und Zeuge des Glaubens. Wie steht es mit diesem Anspruch Jesu? Woher können wir wissen, daß Jesus recht hatte? Einen Beweis für diesen Anspruch führen zu wollen, wäre unsinnig. Trotzdem gibt es eine Art der Verifikation. Die Wirklichkeit und Möglichkeit des Menschseins, wie sie uns bei Jesus begegnet, kann ihre innere Wahrheit daran erweisen, daß sie sich an den Phänomenen unseres Menschseins, an Größe und Elend des Menschen bewährt. Zwischen beiden schwankt der Mensch. Soll er den Zeichen recht geben, welche ihn zum Vertrauen in seine Größe ermutigen, oder den ändern, welche ihn in die Verzweiflung treiben? Das Überzeugende an Gestalt und Botschaft Jesu ist, daß sie beiden Phänomenen gerecht werden. Jesus zeigt die Größe des Menschen auf; er erschließt ihm seine Berufung und seine Sendung. Er zeigt ihm aber auch sein Elend; er zeigt, daß er aus sich unfähig ist, dieser Größe zu entsprechen. Durch die Erkenntnis des Elends werden wir vor Hochmut, durch die Erkenntnis der Größe vor Verzweiflung bewahrt. So wird uns in Jesus Christus die wahre Menschlichkeit des Menschen erschlossen. Das gibt seinem Anspruch und seiner Botschaft eine innere Evidenz. Nirgends sonst begegnen uns so eindeutige Aussagen, welche der Situation des Menschen in gleicher Weise gerecht werden. Deshalb dürfen wir fragen, wer uns etwas Besseres zu geben hat. Wohin sollten wir sonst gehen? Wo finden wir sonst solche Worte des Lebens? Anmerkung und Analyse zu den vom Kasper aufgeführten Häresien bezüglich Jesus
Zu 50: Während die katholische Lehre die Vollmacht Jesu aus seiner Gottheit ableitet, zieht sich WdK auf eine Art psychologisches Erklärungsmodell zurück: Jesus hat sich quasi in die Verkündigung vom "Kommen der Herrschaft Gottes" hineingesteigert, er lebt aus einer Idee, von der er regelrecht besessen war.
Zu 52-56: "Wir müssen
heute davon ausgehen, daß wohl alle christologischen
Hoheitstitel (Gottessohn, Menschensohn, Messias, Prophet,
Gottesknecht usf.) nicht auf den irdischen Jesus zurückgehen,
sondern der späteren urkirchlichen Verkündigung zuzuschreiben
sind. Jesus hat nicht sich, sondern Gott und seine Herrschaft
verkündet." Warum wir das "müssen", wird nicht erklärt, es sei
denn, man akzeptiert als Erklärung das "Friss oder stirb". In
der V2-Religionsdiktatur ist das Verlangen nach Argumenten nun
einmal unter Androhung der Todesstrafe verboten, also schluckt
jeder, der irdischen Gefahren aus dem Weg gehen will, willig die
kategorischen Imperative der V2-Sektierer. Glaubensbegründung, so wie der Satanist Kasper sie gibt, beziehungsweise nicht gibt, da er überhaupt keinen Glauben hat
(57) "Ostern als Grund
des Glaubens (59-61) "Wenn wir die Frage der Auferstehung historisch angehen, kommen wir nicht weiter zurück als bis zu den Osterzeugnissen der ersten Jünger, die behaupteten, den auferstandenen Herrn gesehen zu haben und von ihm gesandt worden zu sein (Lk 24, 34; l Kor 15, 3-8; Mt 28, 16-20; Gal l, 11-16; l Kor 9, l). Die Auferstehung selbst wird von den kanonischen Evangelien im Unterschied zu den apokryphen Evangelien nirgends beschrieben. Auch über das Wie der Erscheinungen des Auferstandenen erfahren wir nichts. Wir dürfen sie uns jedoch nicht sonderlich mirakulös vorstellen. Das liefe nämlich groteskerweise darauf hinaus, daß die ersten Zeugen des Osterglaubens aufgrund von »umwerfenden« Erfahrungen selbst vom Glauben dispensiert gewesen wären. Es muß sich also um ein gläubiges Sehen gehandelt haben, um ein unmittelbares Angegangensein und Betroffensein durch Jesus Christus, durch welches sich der auferweckte Herr im Glauben der Jünger endgültig Geltung verschaffte. Dabei muß den Jüngern aufgegangen sein, daß die Zukunft Gottes, welche Jesus allen Menschen verheißen hat, zuerst auch von ihm gilt, daß also seine Person und sein Werk aufgrund der Treue Gottes am Kreuz nicht gescheitert ist, sondern endgültig Zukunft besitzt und Zukunft ermöglicht. Das Entscheidende am Osterglauben ist deshalb, daß endgültig offenbar wird, wer Gott ist; derjenige, dessen Macht Leben und Tod umgreift, der das ruft, was nicht ist, damit es ist (Rom 4, 17). In der Auferweckung Jesu hat Gott sich selbst letztgültig definiert und sein Gottsein offenbar gemacht. Er ist der Gott, welcher die Toten lebendig macht. Bei ihm ist Hoffnung gegen alle Hoffnung möglich (Rom 4,17f). Die Auferweckung Jesu und die darin endgültig offenbare Herrschaft Gottes ist der letzte Grund der glaubenden Zuversicht. Sie ist Grund, Anfang und Vorschein einer von der widergöttlichen Macht des Bösen erlösten Welt. In der Gegenwart erfahren wir freilich noch die Mächte des Bösen, des Unrechts, der Lüge und der Gewalt. Deshalb war der Osterglaube von Anfang an angefochtener Glaube, der auf vergewissernde Zeichen angewiesen ist. Die kritischen Fragen und Einsprüche begegnen uns bereits in den neutestamentlichen Texten. Deshalb sammelte man schon früh die Namen der ursprünglichen Zeugen (l Kor 15, 5-8), man verwies auf Erfahrungen bei den gemeinsamen Mählern und zumindest in manchen Traditionssträngen auch auf das leere Grab. Niemals war das leere Grab jedoch die Hauptsache; es kann nur als Zeichen gelten. Mit Hilfe solcher Zeichen suchte man den Osterglauben glaubwürdig zu machen. Daß solche Zeichen jedoch nie eindeutig, sondern immer vieldeutig sind, wußte man ebenfalls schon früh. Das leere Grab konnte ebenso als Ergebnis eines Betrugs erklärt werden (Mt 28, 13). Deshalb verwies Paulus auf die eigenen Erfahrungen im Glauben, welcher gerade in äußerster Bedrängnis immer wieder die Kraft von Ostern erfahren durfte (2 Kor 1, 3-11). Mit seiner ganzen Existenz wollte er Zeichen und Epiphanie des auferweckten Kyrios sein (2 Kor 4, 7-14). Auf die Frage nach einem Beweis, antwortet er: prüft euch selbst (vgl. 2 Kor 13, 5). Eine den Glauben beglaubigende Erfahrung ist also nur möglich, indem man selbst in Fahrt kommt; nur wenn man sich auf den Glauben einläßt und selbst das Experiment des Glaubens macht, kann man seine Wahrheit erfahren. Nur wer sich in die neue mit Christus begonnene Geschichte hineinnehmen läßt, wird auch zeichenhaft ihre Wahrheit erfahren. Nur wer die Wahrheit tut, der kommt ans Licht (Joh 3, 21). Die Wahrheit des Glaubens geht nur auf im Tun des Glaubens. Wenn wir nach der Wahrheit des Glaubens fragen, dann dürfen wir nicht ein dem Glauben fremdes Wahrheitsverständnis zum Ausgangspunkt nehmen. Wir müssen uns auf das Wahrheitsverständnis der Schrift einlassen, wie es vor allem im Zeugnis von der Auferstehung deutlich wird. Im Unterschied zu einem sonst weit verbreiteten Wahrheitsverständnis ist die Wahrheit im Sinn der Bibel nicht einfach die Übereinstimmung zwischen dem Denken und der Wirklichkeit (adaequatio rei et intellectus). Die Wahrheit ist vielmehr ein Geschehen, in dessen Vollzug sich die ursprüngliche Voraussetzung erst bewährt. Wahrheit kann man nicht festhalten, Wahrheit stellt sich vielmehr heraus. Wahrheit und Geschichte gehören hier unmittelbar zusammen. Voll offenbar wird die Wahrheit des Glaubens erst eschatologisch sein, wenn Gott alles in allem sein wird (l Kor 15, 28). Die Wahrheit des Glaubens, die wir jetzt erfahren, ist nur die zeichenhafte Vorausnahme dieser eschatologischen Schau unter den Bedingungen der gegenwärtigen Weltzeit. So ist Glaube nur auf Hoffnung hin möglich. (67f) "Die Glaubensgewißheit ist Hoffnungsgewißheit. Das bedeutet, daß der Glaube in der Geschichte immer strittig sein wird und daß auch der Glaubende seinen Glauben nie einfach hinter sich, sondern stets vor sich hat. Hier gilt: »Herr, ich glaube, hilf meinem Unglauben« (Mk 9, 23). Es gibt nicht nur ein auch katholisch mögliches »simul iustus et peccator« [zugleich Gerechter und Sünder, Übers. PRHL], sondern ebenso ein »simul fidelis et infidelis« [zugleich Gläubiger und Ungläubiger, Übers. PRHL]. Der Glaube des Gläubigen steht immer wieder auf dem Spiel. So ist der Glaube kein geschlossenes, sondern ein offenes System. Wir müssen deshalb die traditionelle Lehre von der Glaubensgewißheit und vom Glaubenszweifel neu durchdenken und der alten klerikalistischen Versuchung einer integralistischen Synthese in einem monolithischen Wahrheitsverständnis endgültig widerstehen. Eben weil der Glaube wesentlich eschatologischer Hoffnungsglaube ist, muß er sich immer wieder der Methode des Experiments und der Kritik aussetzen. In Auseinandersetzung mit anderen Daseinsentwürfen und Weltanschauungen muß er immer wieder neu zu erweisen suchen, daß ihm die Zukunft gehört, weil er dem Menschen Zukunft eröffnen kann. Er ist also ein Glaube, der selbst unterwegs ist, der immer wieder nach Zeichen Ausschau halten muß. Er ist nicht die Position der beati possidentes, die selbstgerecht Zensuren austeilen, sondern er muß solidarisch sein mit denen, die fragen und suchen. Ja er muß sich sogar als Inspiration zum Suchen und Fragen erweisen. Er darf nicht nur ein Asyl der Geborgenheit sein, sondern er muß auch ein Herd heiliger Unruhe sein." (78f) "Zusammenfassend können wir nun sagen: Der Glaube ist eine Grundentscheidung und ein Totalentwurf des Menschen, in welchem der Mensch sich, sein Leben, die ändern und die Wirklichkeit insgesamt findet, indem er Gott findet. Glauben bedeutet die personale Selbstüberantwortung des Menschen an Gott, ein Amensagen zu Gott und ein rückhaltloses Gründen der Existenz in ihm. Der so verstandene Glaube ist weder allein ein Akt des Denkens noch allein ein Akt des Willens, sondern nimmt den ganzen Menschen und alle seine Wirklichkeitsbereiche in Beschlag. Er hat deshalb nicht nur Bedeutung für den privaten und persönlichen Bereich des Menschen; er besitzt ebenso eine öffentliche und insofern eine politische Dimension. Deshalb ist der Glaube nicht nur ein christlicher Akt neben anderen Akten und Vollzügen; er steht nicht einfach neben der Hoffnung und der Liebe. Er ist vielmehr das Ganze der christlichen Existenz und umgreift die Hoffnung und die Liebe als zwei Weisen seiner Verwirklichung. Christsein heißt in der Nachfolge Jesu ein gläubiger Mensch sein. Das Christsein ist durch den Glauben und durch ihn allein definiert. Nimmt man das Wort »glauben« in diesem alles umfassenden Sinn, dann ist auch ein katholisches »sola fide« möglich. (Wenn das Trienter Konzil das »sola fide« verurteilte, so setzt es dabei einen viel engeren Glaubensbegriff voraus.) Wir können deshalb sagen: der uns heute so fern gerückte Begriff eines heiligen Menschen meint nichts anderes als einen ganz und gar gläubigen Menschen, und wenn wir konkret wissen wollen, was glauben heißt, dann müssen wir bei den großen Heiligen in die Schule gehen. Anmerkung und Analyse der Kasperschen Häresien bezüglich der Glaubensbegründung Zu 57: "Auf die Frage nach der Wahrheit ihres Glaubens antwortete die Urgemeinde deshalb mit der Botschaft von der Auferweckung Jesu durch Gott." Die Rede von der Auferweckung (s. wiederum die Autobahnkirche) ist wiederum "funktional". Die Jünger wollten weitermachen, und um "begründet" weitermachen zu können, nachdem Jesus "menschlich gesehen am Kreuz gescheitert" ist, nachdem "wie Millionen vor ihm die Mächte der Lüge und der Gewalt auch ihn zur Strecke gebracht" haben, kamen sie auf die Idee mit der "Auferweckung".
Zu 59-61: "Auch über das
Wie der Erscheinungen des Auferstandenen erfahren wir nichts.
Wir dürfen sie uns jedoch nicht sonderlich mirakulös vorstellen.
Das liefe nämlich groteskerweise darauf hinaus, daß die ersten
Zeugen des Osterglaubens aufgrund von »umwerfenden« Erfahrungen
selbst vom Glauben dispensiert gewesen wären."
Zu 67f: "So ist der
Glaube kein geschlossenes, sondern ein offenes System. Wir
müssen deshalb die traditionelle Lehre von der Glaubensgewißheit
und vom Glaubenszweifel neu durchdenken und der alten
klerikalistischen Versuchung einer integralistischen Synthese in
einem monolithischen Wahrheitsverständnis endgültig
widerstehen." Zu 78f: "Christsein heißt in der Nachfolge Jesu ein gläubiger Mensch sein." Die Wahrheit wandelt sich ständig, die Glaubensaussagen sind immer "überholbar" - wer solchen Blödsinn akzeptiert, der ist lt. WdK "ein gläubiger Mensch". Zur Solafides-Lehre, die sich Luther vermutlich wegen seiner schweren psychischen Krankheit zusammenbastelte, s. die Rechtfertigungslehre. Dogmen , so wie Satanist Kasper sie sieht, beziehungsweise nicht sieht, da er an katholische Dogmen prinzipiell nicht glaubt, außer an seine eigenen vom teufel inspirierten krankhaften Dogmen (91f) "Bereits in der spätmittelalterlichen Mystik, dann verstärkt seit dem Humanismus, dem Pietismus und der Aufklärung fragte man nach dem »Wesen des Christentums«. Man unterschied zwischen grundlegenden Glaubenswahrheiten, welche um des Heils willen von allen zu glauben sind, und nichtgrundlegenden Wahrheiten, die der freien Zustimmung der einzelnen Gläubigen überlassen werden können. Diesen Versuchen der Reduktion stellte Pius XI. in der Enzyklika »Mortalium animos« (1928) das Argument entgegen, hinter allen Glaubensartikeln stehe die eine und selbe Autorität Gottes, man müsse also das Dogma von der Unbefleckten Empfängnis mit demselben Glauben festhalten wie das Geheimnis der Dreifaltigkeit, man müsse und dürfe die Menschwerdung Gottes nicht anders glauben als das unfehlbare Lehramt des Papstes. Wer die Autorität Gottes an einer Stelle in Frage stelle, der leugne sie ganz. Damit war die Gefahr einer Reduktion des lebendigen geschichtlichen Glaubens auf einige wenige abstrakte und dürre Sätze und allgemeine Wesensformeln lehramtlich gebannt. Das Problem war dadurch freilich alles andere als gelöst. Man mußte die Verteidigung des Katholischen, des Allumfassenden am christlichen Glauben teuer bezahlen. Im Grunde war aus dem lebendigen christlichen Glauben ein geschlossenes System von Sätzen geworden. Man mußte es entweder als Ganzes schlucken oder aber ganz in Frage stellen. Nachdem die Maschen der dogmatischen Aussagen immer enger geworden waren, war das System nicht mehr wirklich offen für die neue geschichtliche Situation des Glaubens in der Moderne." (93f) "Die einseitige Herausstellung des formalen Verpflichtungscharakters jedes Dogmas aufgrund der Autorität Gottes und der Kirche mußte sich in der Neuzeit mit ihrer Betonung der Subjektivität besonders fatal auswirken. Kann ich denn die christologische Zentralwahrheit mit derselben subjektiven Intensität festhalten wie die marianischen Dogmen? Bei beiden geht es doch nicht in derselben Weise um die Frage von Heil und Unheil. Deshalb ist auch nicht das gleiche Maß subjektiven Engagements möglich. In der Verkündigung und in der Frömmigkeitspraxis hat diese Konzeption außerdem zu einer fatalen Gleichgewichtsverschiebung geführt. Das Bild der Kirche wurde in der Neuzeit weitgehend von den sekundären und tertiären Zügen ihrer Lehre geprägt. In der Abwehr des Protestantismus hat man die antireformatorischen Wahrheiten überstark betont; das führte zu einer Überbetonung der Wahrheiten, welche die Heilsmittel (Kirche, Sakramente, Ämter) betreffen, gegenüber den eigentlichen christologischen und soteriologischen Heilswahrheiten selbst. Im letzten und in diesem Jahrhundert erschienen zu Fragen der Mariologie mehr Enzykliken als zu den Fragen der Christologie oder des modernen Atheismus. Solche Gleichgegewichtsstörungen sind ein Zeichen dafür, daß Herz und Kreislauf nicht mehr recht funktionieren. Das einseitige Beharren auf verbaler und formaler Orthodoxie ist mitschuldig daran, daß der Glaube die Menschen in der Neuzeit immer weniger erreichte. Neuerdings wird auch in der katholischen Theologie oft die Frage gestellt, ob nach einer sehr langen Epoche der Explikation des Glaubens in seine Folgerungen hinein heute nicht eine rückläufige Bewegung der Konzentration einsetzen müsse. Konzentration bedeutet hier freilich nicht Reduktion oder gar Elimination und schon gar nicht ein entmythologisierendes Herausdestillieren einer kraft- und saftlosen Wesensformel. Es geht vielmehr darum, den einen Glauben in den vielen Glaubensartikeln transparent zu machen und das Periphere vom Zentralen her neu zu verstehen. Die Berechtigung zu einer solchen Konzentration wird in einem der wichtigsten und am meisten in die Zukunft weisenden Konzilstexte ausgesprochen. Im Ökumenismusdekret heißt es: »Beim Vergleich der Lehren miteinander soll man nicht vergessen, daß es eine Rangordnung oder Hierarchie der Wahrheiten innerhalb der katholischen Lehre gibt, je nach den verschiedenen Arten ihres Zusammenhangs mit dem Fundament des christlichen. Glaubens.« Andeutungsweise wird hinzugefügt, dieses Fundament bestehe in den Reichtümern Christi (Eph 3, 8). In dem Modus, der zur Aufnahme dieses Textes führte, heißt es, die Wahrheiten müßten eher abgewogen als aufgezählt werden. In diesem Konzilstext geht es also um die Ablösung eines quantitativen und formalen Wahrheitsverständnisses durch ein qualitatives, inhaltlich bestimmtes Wahrheitsverständnis. Man hätte die Lehre von der Hierarchie der Wahrheiten darum mißverstanden und würde nochmals quantitativ statt qualitativ denken, wenn man sie so verstehen würde, als könne man die einzelnen Glaubenswahrheiten gleichsam durchnummerieren und auf diese Weise wichtige Wahrheiten von weniger wichtigen unterscheiden. Richtig verstanden geht die Lehre von der Hierarchie der Wahrheiten davon aus, daß der Inhalt des Glaubens nicht bloß die Summe einzelner Sätze, sondern ein strukturiertes Ganzes mit bestimmten Proportionsgesetzen darstellt. (100) Das eine sich durchnähende Thema der Dogmengeschichte ist kein anderes als das Thema der Verkündigung Jesu: Gottes Herrschaft als Heil des Menschen. In Person und Werk Jesu ist die Sache Gottes und die Sache des Menschen eins geworden. Die christologische Konzentration aller Glaubensaussagen darf darum nicht enggeführt verstanden werden. Sie ist Inbegriff und Zusammenfassung dessen, was Gott für den Menschen und der Mensch für Gott bedeutet. Das in Jesus Christus offenbare und verwirklichte Gottsein Gottes als Grund der Menschlichkeit des Menschen ist darum das eine Wort in den vielen Wörtern und das eine Dogma in den vielen Dogmen. Wer festhält und bekennt, daß Gott in Jesus Christus Heil, Hoffnung und Friede für alle Menschen ist, und wer sich engagiert darauf einläßt, um zur Hoffnungsgestalt für andere zu werden, der glaubt und bekennt den ganzen Glauben, weil dieser ganze Glaube nicht eine Summe von Sätzen, sondern die Ganzheit einer Gestalt ist: Jesus der Christus. Aus dieser christologischen Verknotung aller Glaubensaussagen ergeben sich zwei wichtige Folgerungen für die Interpretation von Glaubenswahrheiten. Zum ersten: Christologische Interpretation ist theologische und doxologische Interpretation. Jesus Christus ist der Weg zum Vater (vgl. Job 14, 6). Die christologischen Formeln stehen und ruhen deshalb nicht in sich, sondern schwingen über sich hinaus und transzendieren sich ins nicht mehr sagbare Mysterium Gottes hinein. Das »per Christum in Deum« hat für die Theologie methodische und hermeneutische Konsequenzen. Thomas von Aquin hat diesen Sachverhalt begriffen, wenn er formuliert: actus autem credentis non terminatur ad enuntiabile, sed ad rem [Der Akt des Glaubenden wrid nicht bestimmt durch das, was aussagbar ist, sondern durch die Sache, Übers. PRHL] Diese res, die »Sache« des Glaubens, ist für ihn Deus sub ratione Deitatis, die Göttlichkeit Gottes, von der wir nach ihm mehr wissen, was sie nicht ist, als was sie ist. Deshalb gilt: articulus est perceptio divinae veritatis tendens in ipsam [Der Glaubenssatz ist das Erfassen der göttlichen Wahrheit, wobei er zu ihr hinstrebt, Übers. PRHL]. Der Glaubensartikel ist eine wirkliche Erfassung der göttlichen Wahrheit, er ist nicht bloß eine Chiffre; aber er ist eine Erfassung, welche über sich selbst hinausschwingt ins nicht mehr Faßbare hinein. Jedes oberflächliche Bescheidwissen und jedes scharfmacherische Hochspielen einzelner Formeln ist ausgeschlossen. Das Dogma ist letztlich Doxologie. Sein eigentlicher Sitz im Leben ist das liturgischlobpreisende Bekenntnis. Christologische Interpretation ist zum zweiten anthropologische und »weltliche« Interpretation. Davon wird noch ausführlich die Rede sein müssen, wenn von der Heilsbedeutung des Glaubens gesprochen wird. Deshalb soll hier nur soviel bemerkt werden: Das Dogma muß als eine Gestalt des Evangeliums, als Heilszusage an den Menschen geltend gemacht werden. Man hat es immer schlecht ausgelegt, wenn man es nur dazu benützt, um es ändern um die Ohren zu schlagen und zu sagen: Friß, Vogel, oder stirb! Dogmen müssen als Gestalt der Frohbotschaft und nicht als Drohbotschaft interpretiert werden. Man muß sie so interpretieren, daß sie als Angebot eines menschlicheren Menschseins verstanden werden können. Nur auf diese Weise können sie zu einem im Gewissen verpflichtenden Anspruch und zu einer Herausforderung auf Leben und Tod werden. (142f) "Noch dem Neuen Testament glückt es nicht überall in gleicher Weise, die Wahrheit und Wirklichkeit Jesu Christi einzuholen. Man muß deshalb die Heilsgeschichte als Ganze nehmen, auf ihr Gesamtzeugnis und auf ihre Gesamtbewegung achten. Das ist der Sinn des hermeneutischen Prinzips der analogia fidei. Der Bezugspunkt der gesamten Heilsgeschichte ist Jesus Christus. In ihm ist die Geschichte Gottes mit den Menschen endgültig »geglückt«. Auf ihn hin und von ihm her müssen alle Schriftaussagen kritisch interpretiert werden. In ihm ist etwas Endgültiges geschehen, das aller anderen Geschichte Maß und Halt zu geben vermag. Jesus Christus als der endgültige Anfang bedeutet aber auch, daß die Heilsgeschichte mit ihm noch nicht in jeder Hinsicht ins Ziel gelangt ist und die Vollendung dieses Anfangs noch aussteht. Die Kirche steht deshalb zwischen dem Schon und dem Noch-Nicht. Sie ist bleibend an den »Anfang in der Fülle« (J. A. Möhler) gebunden und auf Tradition angewiesen. Aber diese Tradition ist keine fixe Sammlung von dicta probantia [zufriedenstellenden Aussagen], sondern ein lebendiger Prozeß. Als eschatologisches Phänomen muß sich die Kirche immer wieder neu in ihre eigene Zukunft hinein überschreiten; sie lebt geradezu von der Proklamation ihrer eigenen Vorläufigkeit (K. Rahner). Sie hat die Wahrheit nicht einfach, sondern muß sie immer wieder neu suchen. Dies geschieht dadurch, daß sie geduldig und mutig auf die »Zeichen der Zeit« achtet. Die Pastoralkonstitution des Zweiten Vatikanischen Konzils hat diesen unabdingbaren Zeitkoeffizienten der Verkündigung nachdrücklich herausgestellt, indem es einerseits sagte, daß die Kirche mit ihrer Verkündigung jeweils Antwort geben müsse auf die Fragen der Zeit, anderseits aber auch darum wußte, daß die Kirche diese Antwort nicht einfach »fix und fertig« parat hat, sondern daß die Fragen der Zeit ein neues und tieferes Eindringen in das Evangelium erfordern und so neue Antworten provozieren, die nicht einfach eine abstrakte Konklusion aus dem Bisherigen darstellen. Um diese Antwort zu finden, muß die Kirche, ihre Verkündigung und Theologie oft den Weg des geschichtlichen Experiments und des Wagnisses gehen. Denn eben um in verschiedenen Situationen dasselbe zu sagen, muß man es je verschieden sagen." (148) "Mit diesen Thesen sind wir der Sache nach auf das mit dem Begriff Unfehlbarkeit Gemeinte gestoßen. Wir haben diesen Begriff bisher absichtlich vermieden, weil er anerkanntermaßen zu dauernden Mißverständnissen Anlaß gibt. Man sollte ihn darum für einige Zeit auf Eis legen, eben um das sachliche Anliegen, um das es in ihm geht, warm halten zu können. Sagen wir deshalb zuerst, um was es nicht geht! Mit Unfehlbarkeit ist nicht jede Art von Fehl und Makel ausgeschlossen. Es ist vor allem keine moralische Fehlerlosigkeit gemeint. Dogmen können durchaus einseitig, oberflächlich, rechthaberisch, dumm und voreilig sein. Es geht bei den unfehlbaren Sätzen auch nicht um Sätze, die apriori gar nicht falsch sein können, d. h. um Sätze, die losgelöst von der Situation und ihrem Gebrauch gar keinen Irrtum beinhalten können. Dogmen unterliegen der Geschichtlichkeit alles menschlichen Sprechens und sind konkret wahr nur in bezug auf den ihnen entsprechenden Kontext. Sie müssen deshalb immer wieder neu ausgelegt und in neue Situationen hinein übersetzt werden. Dadurch, daß man ein Dogma zitiert, hat man noch wenig bewiesen, man muß es auch historisch und sachlich interpretieren. Dafür gelten dieselben hermeneutischen Regeln wie bei jedem anderen Text auch. Schließlich behandelt ein Dogma eine Wahrheit meistens nur unter einem Aspekt, meist sogar in einer negativ-polemischen Abgrenzung. Es will und kann deshalb nicht alles sagen, was zu der betreffenden Frage theologisch gesagt werden kann und muß. Grundsätzlich läßt sich Wahrheit nie in einem Satz aussagen. Deshalb ist mit einem Dogma eine theologische Frage niemals ein für alle Mal abgeschlossen. Unfehlbare Dogmen sind nicht unverbesserlich. Sie unterliegen auch nach ihrer Definition noch einer Geschichte der Rezeption, Interpretation und Integration. Sie dürfen deshalb nicht isoliert hochgespielt werden, sondern müssen innerhalb des Gesamtzeugnisses der Schrift und der Tradition interpretiert werden." (150f) "Die Unfehlbarkeit der Kirche ist nicht eigentlich eine Eigenschaft und schon gar nicht eine Leistung der Kirche; um was es letztlich geht, ist vielmehr die Unfehlbarkeit der Treue Gottes in Jesus Christus. Sie ist das Endgültige und Bleibende in der Geschichte. Treue ist konkret. Sie bewegt sich nicht neben, sondern in der Geschichte. Deshalb wird die Kirche nicht neben und trotz ihrer konkreten Lehraussagen, sondern in und durch sie bleibend in der Wahrheit gehalten. Treue ist aber auch nichts Starres und Unlebendiges. Man kann sie nur in Gegentreue hoffend und vertrauend ergreifen. Aufgrund der Treue Gottes Hoffnung in der Geschichte haben, verbietet darum jede Katastrophentheologie und Katastrophenstimmung, die meint, es sei heute in der Kirche alles im Untergehen, nur weil vieles im Umbruch ist. Dieselbe Hoffnung verbietet aber ebenso die Annahme, alles Bisherige in der Geschichte der Kirche sei eine Katastrophe und es fange erst heute die Sonne der Aufklärung an über der Kirche aufzugehen. Beides ist mangelnder Glaube. Sowohl dem überängstlichen Konservativen wie dem innerkirchlichen Revolutionär fehlt der wirkliche Glaube. Wer glaubt, hat keine Angst vor der Geschichte, weil er um die Verheißung weiß, die in der Geschichte aufgerichtet ist. Diese Gewißheit befreit von einem ängstlichen Festhalten an alten Formen und Formeln, und sie befreit zu einem Tutiorismus des Wagnisses (K. Rahner), der von der Überzeugung ausgeht, daß im gegenwärtigen Umbruch nicht die Vorsicht, sondern das verantwortliche Wagnis das Sicherste ist, um wenigstens etwas zu gewinnen. Wenn Unfehlbarkeit in dieser Weise als die Unfehlbarkeit der Hoffnung verstanden wird, dann ist sie im besten Sinn des Wortes eine evangelische Wahrheit. Freilich müßte dann mancher Gedanke und manche Äußerung der Kirche eine andere Form erhalten und auf einen froheren und hoffnungsvolleren Klang gestimmt sein." Anmerkung und Analyse der Kasperschen Häresien bezüglich der katholischen Dogmen
Zu 91f: "Im Grunde war
aus dem lebendigen christlichen Glauben ein geschlossenes System
von Sätzen geworden." "Lebendiger Glaube" darf nicht im
richtigen Sinne missverstanden werden, denn den Ausdruck
lebendiger Glaube gibt es in der katholischen Theologie
durchaus: "Wer behauptet, die Zustimmung zum christlichen
Glauben sei nicht frei, sondern ergebe sich notwendig auf Grund
der Beweise der menschlichen Vernunft; oder, nur zum lebendigen
Glauben, der durch die Liebe wirkt, sei die Gnade Gottes
notwendig, der sei ausgeschlossen" (D 1814; zit. nach NR 57).
Cf. Jak 2,17: "Wenn er [der Glaube] keine Werke hat, ist er für
sich allein tot."
Zu 93: "Kann ich denn
die christologische Zentralwahrheit mit derselben subjektiven
Intensität festhalten wie die marianischen Dogmen?" WdK meint
damit: "Ich glaube weder an die christologische Zentralwahrheit
noch an die marianischen Dogmen". Es kann durchaus sein, dass
WdK diese Dogmen mit derselben subjektiven Intensität ablehnt.
Die Kirche sagt indes nur, dass man bereits dann exkommuniziert
ist, wenn man auch nur ein einziges Dogma ablehnt, denn wer die
Autorität Gottes an einer Stelle in Frage stelle, der leugnet
sie ganz. Das gilt selbst dann, wenn es WdK nicht passt.
Zu 100: "Wer festhält
und bekennt, daß Gott in Jesus Christus Heil, Hoffnung und
Friede für alle Menschen ist, und wer sich engagiert darauf
einläßt, um zur Hoffnungsgestalt für andere zu werden, der
glaubt und bekennt den ganzen Glauben, weil dieser ganze Glaube
nicht eine Summe von Sätzen, sondern die Ganzheit einer Gestalt
ist: Jesus der Christus."
Zu 142f: "Als
eschatologisches Phänomen muß sich die Kirche immer wieder neu
in ihre eigene Zukunft hinein überschreiten; sie lebt geradezu
von der Proklamation ihrer eigenen Vorläufigkeit (K. Rahner).
Sie hat die Wahrheit nicht einfach, sondern muß sie immer wieder
neu suchen. Dies geschieht dadurch, daß sie geduldig und mutig
auf die »Zeichen der Zeit« achtet."
Zu 148: "Dogmen
können durchaus einseitig, oberflächlich, rechthaberisch, dumm
und voreilig sein" Zu 150: "Diese Gewißheit befreit von einem ängstlichen Festhalten an alten Formen und Formeln, und sie befreit zu einem Tutiorismus des Wagnisses (K. Rahner), der von der Überzeugung ausgeht, daß im gegenwärtigen Umbruch nicht die Vorsicht, sondern das verantwortliche Wagnis das Sicherste ist, um wenigstens etwas zu gewinnen." Keine weiteren Fragen. Zukunft , so wie sie der Satanist Kasper sieht, beziehungsweise nicht sieht, kann so ein gottloses Subjekt, wie er, doch keine Zukunft haben, da er keinen Glauben hat (153) "Der Zweifel an der Zukunft des christlichen Glaubens ist eine der schwersten Infragestellungen des Glaubens. Der Mensch ist ein Wesen der Zukunft. Es liegt in seiner Freiheit, das jeweils Gegebene zu überschreiten. In den Fakten, d. h. in dem in der Vergangenheit Gewordenen und nun Feststellbaren ist kein Raum für Freiheit und schöpferische Phantasie. Da gibt es nur ein Konstatieren dessen, was der Fall ist. Allein die Zukunft ist das Reich der offenen Möglichkeiten. Sie ist das Spielfeld der Freiheit. Mit der Frage nach der Zukunft steht deshalb der Mensch auf dem Spiel. Absolute Zukunftslosigkeit ist das Wesen des Todes. Ein Glaube ohne Zukunft wäre deshalb tot. Er müßte sich für den auf Zukunft hin angelegten Menschen als unvollziehbar erweisen. Er könnte niemand mehr faszinieren. Für ihn würde sich niemand mehr engagieren. Eine Glaubensbegründung angesichts der modernen Problematik muß deshalb nicht zuletzt darauf bedacht sein, die Zukunftsdimension des Glaubens aufzuzeigen. Die Wichtigkeit dieser Aufgabe läßt sich aus den Erfahrungen unserer jüngsten Kirchengeschichte leicht erweisen. Die Glaubenszuversicht und die Glaubensfreude, die während des kurzen Aufbruchs der Kirche unter Johannes XXIII. festzustellen war, hat nicht zuletzt hier ihre Wurzel. Johannes XXIII. hat in seiner berühmten Eröffnungsrede zum Zweiten Vatikanischen Konzil in einem uns heute fast naiv anmutenden Optimismus von der Zukunft gesprochen und der Kirche ein neues Pfingsten verheißen. Nach dieser relativ kurzen Phase des Aufbruchs hat die Kirche jedoch offensichtlich Angst vor ihrer eigenen Courage erfaßt. Man scheut nun vor dem Wagnis, das Freiheit und Zukunft bedeuten, zurück und hat sich weitgehend der Wahrung des Bestehenden und der Restauration verschrieben. Wenn die Kirche jedoch zum Asyl derer wird, die im jeweils Gestrigen Geborgenheit und Ruhe suchen, dann darf sie sich nicht wundern, wenn junge Menschen ihr den Rücken kehren und die Zukunft bei Heilsideologien und Heilsutopien suchen, welche das Vakuum, das die Angst der Kirche hinterlassen hat, auszufüllen versprechen." (158f) "Die spätjüdische Apokalyptik stellt sich das endzeitliche Geschehen bildhaft in Form einer Naturkatastrophe vor: Die Sterne fallen vom Himmel und zerstören die Erde; die Welt wird in einem großen Brand untergehen und auf mirakelhafte Weise wird das neue Jerusalem vom Himmel herabschweben. Dieses Kommen des neuen Himmels und der neuen Erde erwarten die meisten neutestamentlichen Schriften als bald bevorstehend. Doch schon bald mußte man erfahren, daß der Herr mit seinem Kommen zögert (Mt 24, 48), und man mußte sich neugierige und spöttische Fragen gefallen lassen (2 Petr 3, 4). Heute ist uns die Welt der Apokalyptik mit ihren teilweise grausen Vorstellungen und ihren kaum miteinander harmonisierbaren Bildern vollends fremd geworden. In ihrem Dualismus von dieser und der kommenden Welt läßt sie nur eine negative, wenn nicht gar destruktive Einstellung zur Geschichte zu. Deshalb haben revolutionäre und faschistische Bewegungen oft apokalyptische Vorstellungen und Bilder in Dienst genommen. In diesem Mißbrauch enthüllt sich ohne Zweifel etwas von der Gefährlichkeit apokalyptischen Denkens." (164) "Obwohl die Eschatologie nicht Wahrsagekunst sein kann, ist es nicht verboten, sich über die konkrete geschichtliche Zukunft des Glaubens Gedanken zu machen. Die Fragen sind zutiefst bedrängend, und es fragt sich, was sich aus der Wiederentdeckung der eschatologischen Perspektive des Glaubens im Hinblick auf die gegenwärtige Weltsituation für die Zukunftsgestalt des Glaubens ergibt. Wir versuchen im folgenden drei Elemente einer solchen theologischen »Futurologie« herauszustellen; Die Wiederentdeckung der eschatologischen Perspektive des christlichen Glaubens bedeutet zum ersten die Wiederentdeckung des entscheidenden Gesichtspunktes für die »Unterscheidung des Christlichen«." (165) "Der Glaube, der die Unterscheidung des Christlichen wahrt, wird also kritischer Glaube sein müssen. Wem das Wort »kritisch« zu modisch klingt, mag dafür ruhig das Wort »bußfertig« einsetzen, denn genau dies ist mit kritisch hier gemeint. Buße ist radikalste Kritik. Sie verlangt eine Umkehr, die bis an die Wurzeln reicht. Sie ist begründet in der eschatologischen Umkehr aller Dinge. Eine so verstandene Kritik kann und muß es in Zukunft auch innerhalb der Kirche geben. Die Betonung des eschatologischen Charakters des Glaubens bedeutet daher auch einen Wandel im Verständnis der Kirchlichkeit des Glaubens." (166) "Das zweite Element einer künftigen Gestalt des Glaubens, der wieder bewußt aus einer eschatologischen Perspektive lebt, ist seine Universalität und seine Katholizität. Die eschatologische Verheißung beinhaltet ja die Verheißung des universalen Friedens und der universalen Versöhnung aller Menschen. Das Alte Testament erwartet für das Ende der Zeit das Herbeiströmen der Völker nach Jerusalem (Is 2, 2-5; 60; Mich 4, l-3). Das Neue Testament sieht in der weltweiten Mission die anfanghafte Verwirklichung dieser eschatologischen Hoffnung. In der Gegenwart ist die Mission aus vielen, hier nicht im einzelnen zu erörternden Gründen in eine schwere Krise geraten. Die Vision von der einen Menschheit scheint sich heute auf andere Weise zu verwirklichen. Aufgrund von Wissenschaft und Technik, verbunden mit einem neuen Humanismus bildet sich immer mehr eine einheitliche Weltzivilisation heraus. Diese säkulare Ökumene hat die Situation des christlichen Glaubens von Grund auf verändert und das Christentum in unmittelbare Nachbarschaft zu allen Völkern und Religionen und zu den großen Menschheitsproblemen der Gegenwart gebracht. Diese Situation verlangt ein Christsein im Weltmaßstab. Sie erfordert ein Christentum, das seine dominierend europäische Gestalt abstreift und seine Katholizität und Universalität in neuer Weise verwirklicht." (167-169) "Das dritte Element des Glaubens der Zukunft können wir in die Aussage fassen: Der christliche Glaube wird einfacher sein. Die Christenheit wird in Zukunft ziemlich sicher noch mehr von dem gesellschaftlichen und kulturellen Glanz vergangener Jahrhunderte verlieren; sie wird von manchen liebgewonnenen Vorstellungen, Frömmigkeitsformen und religiösen Gemeinschaften Abschied nehmen müssen. Sie wird äußerlich ärmer dastehen und wohl auch zahlenmäßig nur eine Minorität innerhalb des Gesamt der Weltbevölkerung darstellen. Dieses Gesetz zunehmender Einfachheit gilt auch für den Glauben selbst. Sicher wäre es naiv zu meinen, die Kirche könne in Zukunft ihre Dogmen teilweise oder auch ganz allgemein abschaffen. Aber diese Dogmen sind Antworten auf Fragen, die nicht mehr unmittelbar unsere Fragen sind. Unmittelbar sind sie immer mehr nur noch dem Historiker zugänglich, und das historische Bewußtsein nimmt bekanntlich immer mehr ab. Soll der christliche Glaube darüber nicht leer und substanzlos werden, und will er sich nicht einfach dem anpassen, was jeweils die große Mode ist, dann kann dies nur dadurch geschehen, daß er statt in die Breite mehr in die Tiefe wächst und bewußter aus seiner alles umfassenden Mitte heraus lebt. Auch in diesem Sinn wird der christliche Glaube in Zukunft einfacher werden. Diese Mitte, in der alles beschlossen ist, ist nichts anderes als das, was als Grundidee hinter allem bisher Gesagten stand und was jetzt abschließend und zusammenfassend nochmals genannt werden soll; Die Botschaft von Gottes Gottsein als Ermöglichung des Menschseins des Menschen. Sie ist die geheime Sehnsucht der Geschichte, Mitte der Reich-Gottes-Botschaft Jesu und Inbegriff des Heilsauftrags der Kirche. Jesus Christus hat in seiner Person beides vereinigt; gerade in seinem voll menschlichen Gehorsam ist er wahrer Mensch und wahrer Gott. Er ist deshalb die Gottesherrschaft in Person. Mit ihm ist sie endgültig angebrochen; durch ihn ist uns endgültig Hoffnung ermöglicht. Er ist bleibender Maßstab alles christlichen und kirchlichen Tuns. Deshalb kann man sagen: Wer glaubt, daß in Jesus Christus uns und allen Menschen Hoffnung erschlossen ist, und wer sich darauf einläßt, um sich in konkretem Einsatz zur Hoffnungsgestalt für andere zu machen, der ist ein Christ. Er glaubt in fundamentaler Weise den ganzen Glauben, auch wenn er nicht alle Folgerungen sich zu eigen macht, die die Kirche im Laufe von fast zwei Jahrtausenden aus dieser Botschaft gezogen hat. Wenn wir die Botschaft von der Herrschaft Gottes zur Mitte der Theologie machen, greifen wir auf Ansätze zurück, die vor allem bei manchen Theologen der Aufklärung und in wesentlich tieferer Weise bei manchen Vertretern der katholischen Tübinger Schule im 19. Jahrhundert eine Rolle gespielt haben. Die Schultheologie ist diesen Ansätzen nicht gefolgt. Sie hat sich abschrecken lassen durch den Mißbrauch, den schwärmerische Bewegungen damit getrieben haben. Sie hat damit freilich mit dem Enthusiasmus auch die universale Perspektive der Reich-Gottes-Botschaft weitgehend verloren. Heute gilt es von solchen Verengungen wieder frei zu werden. Nur wenn wir bei aller Eindeutigkeit des Glaubens dessen Universalität wieder zurückgewinnen und wenn wir in der Universalität seine Eindeutigkeit wahren, kann der christliche Glaube Licht auf dem Leuchter sein und in einer neuen Epoche der Geschichte konkret Zukunft besitzen."
Schlusskommentar zum bewiesenen Satanismus der Novus Ordo Sekte, die zweifellos das Allerteuflischste vom Teuflischen ist. So virtuos wie durch und inder Novus Ordo Sekte, hat Satan wirklich noch nie gewirkt.
Das braucht hier nicht mehr groß kommentiert zu werden. Die V2-Sekte ist mit ihrem Zukunftswahn völlig außer Rand und Band. Nur zwei Aspekte:
Zu 158: Was WdK als
"spätjüdische Apokalyptik" abqualifiziert und vor dessen
"Gefährlichkeit" er ausdrücklich warnt, ist die christliche
Eschatologie. Die panische Angst der V2-Sektierer bei dem
Gedanken, sie müssten sich einmal für ihre Verbrechen
verantworten, führt zu solchen schon psychotisch anmutenden
Pseudo-Theologien. Man lese z.B. auch die schon pathologisch
anmutenden Ergüsse von
Hansjürgen Verweyen.
Im V2-Glauben ist die Hölle nur noch eine "reale Möglichkeit"
(wirkliche Nichtwirklichkeit). Statt dem Bruch mit der
vergänglichen, von der Erbsünde belasteten Welt schwärmt man in
der V2-Sekte nur noch von einer "Zukunft", die paradoxerweise
immer Zukunft bleiben wird; sie ist damit endgültige Leere und
hoffnungslose Langeweile. Das einzige, woran man noch festhalten
kann, ist der Wandel.
Einige Beispiele dieser
"gefährlichen spätjüdischen Apokalyptik":
2
Petr 3,3-13:
Offb
21,1-4; 22,14f:
WdK kann nur vor diesen
"grausen Vorstellungen" warnen: "In ihrem Dualismus von dieser
und der kommenden Welt läßt sie nur eine negative, wenn nicht
gar destruktive Einstellung zur Geschichte zu." Zu 166: "Christsein im Weltmaßstab" ist eine griffige, gleichwohl völlig blödsinnige Formulierung. Wann sollte die Kirche denn gesagt haben, sie sei z.B. auf eine Stadt, ein Land, einen Kontinent beschränkt, also nicht katholisch, d.h. allumfassend? Die Mission ist keine Erfindung von V2, allerdings ist die V2-Mission die Umorientierung der katholischen Mission, s. wiederum Mein Kampf. ---
Nach diesen Ausführungen
stellt sich erneut die Frage, ob wir denn nicht endlich bereit
sind, die verschiedenen Richter, ob nun beim
Bundesverfassungsgericht,
beim
Bundesgerichtshof oder auch nur beim
Landgericht Bonn etc., außerdem
die so gen. Rechtsanwälte etc., ein
für allemal in Schutz zu nehmen vor einer Verurteilung wegen
Völkermordes etc.; die Antwort lautet noch immer: Nein!
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Letzte Änderung: 06-03-2006