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Motu proprio "Sacrorum antistites", 1910-09-01:
Antimodernisteneid |
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Ego N. N. firmiter
amplector ac recipio omnia et singula, quae ab inerranti
Ecclesiae magisterio definita, adserta ac declarata sunt,
prae-sertim ea doctrinae capita, quae huius temporis
erroribus directo adversantur. |
Ich umfasse fest und
nehme an alles und jedes Einzelne, was vom irrtumslosen
Lehramt der Kirche bestimmt, aufgestellt und erklärt ist,
besonders die Hauptstücke ihrer Lehre, die unmittelbar den
Irrtümern der Gegenwart entgegen sind. |
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Ac
primum
quidem: Deum, rerum
omnium
principium et finem,
naturali
rationis lumine "per
ea quae
facta sunt"
[cf. Rom 1, 20], hoc
est, per
visibilia creationis
opera,
tamquam causam per
effectus,
certo cognosci,
adeoque
demonstrari etiam
posse,
profiteor. |
Erstens: Ich
bekenne, dass Gott, der Ursprung und das Ende aller Dinge,
mit dem natürlichen Licht der Vernunft durch das, was
geschaffen ist, d.h. durch die sichtbaren Werke der
Schöpfung, als Ursache mittels der Wirkung, mit Sicherheit
erkannt und auch bewiesen werden kann. |
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Secundo:
externa
revelationis argumenta,
hoc est
facta divina,
iix
primisque miracula et
prophetias
admitto et agnosco
tan-quam
signa certissima
divinitus
ortae christianae
religionis,
eademque teneo
aetatum
omnium atque
hominum,
etiam huius
temporis,
intelligentiae esse maxime
accommodata. |
Zweitens: Ich
anerkenne die äußeren Beweismittel der Offenbarung, d.h. die
Werke Gottes, in erster Linie die Wunder und Prophezeiungen,
als ganz sichere Zeichen des göttlichen Ursprungs der
christlichen Religion. Ich halte fest, dass sie dem Geist
aller Zeiten und Menschen, auch der Gegenwart, auf das beste
angepasst sind. |
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Tertio:
firma
pariter fide credo
Ecc1esiam, verbi
revelati
custodem et magistram,
per ipsum
verum atque historicum
Christum, cum apud
nos degeret,
proxime ac
directo
institutam eandemque
super Petrum,
apostolicae
hierarchiae principem,
eiusque in
aevum successores
aedificatam. |
Drittens: Fest
glaube ich, dass die Kirche, die Hüterin und Lehrerin des
geoffenbarten Wortes, durch den
wahren und geschichtlichen Christus selbst, während seines
Lebens unter uns, unmittelbar oder direkt eingesetzt, und
dass sie auf Petrus, den Fürsten der apostolischen
Hierarchie, und auf seine steten Nachfolger gebaut wurde.
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Quarto:
fidei
doctrinam ab Apostolis
per orthodoxos Patres
eodem sensu
eademque
semper sententia ad
nos usque
transmissam,
sincere
recipio; ideoque
prorsus
reicio haereticum
commentum
evolutionis dogmatum, ab
uno in
alium sensum transeuntium,
diversum ab eo, quem
prius
habuit Ecclesia;
pariterque
damno errorem
omnem, quo,
divino deposito, Christi
Sponsae
tradito ab eaque
fideliter
custodiendo, sufficitui;
philosophicum
inventum,
vel creatio
humanae
conscientiae, hominuum
conatu
sensui efformatae et in
posterum
indefinito progressu
perficiendae. |
Viertens: Ohne
Rückhalt nehme ich die Glaubenslehre an, die von den
Aposteln durch die rechtgläubigen Väter stets in demselben
Sinn und in derselben Bedeutung bis auf uns gekommen ist.
Deshalb verwerfe ich ganz und gar die irrgläubige Erfindung
der Entwicklung der Glaubenssätze, die von einem Sinn zu
einem andern übergingen, der abweiche von dem Sinn, den die
Kirche einst gemeint habe. Ebenso verwerfe ich jeden Irrtum,
der das göttliche, der Braut Christi übergebene Vermächtnis,
das von ihr treu bewahrt werden soll, durch eine Erfindung
unseres Denkens oder durch eine Schöpfung des menschlichen
Bewusstseins ersetzen will, das durch menschliches Bemühen
langsam ausgebildet wurde und sich in Zukunft in
unbegrenztem Fortschritt vollenden soll. |
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Quinto: certissime
teneo ac sincere profiteor, fidem non esse caecum sensum
religionis e latebris subconscientiae erumpentem, sub
pressione cordis et inflexionis voluntatis moraliter
informatae, sed
verum assensum intellectus veritati extrinsecus acceptae "ex
auditu", quo nempe, quae a Deo personali, creatore ac Domino
nostro dicta, testata et revelata sunt, vera esse credimus,
propter Dei auctoritatem summe veracis. |
Fünftens: Als ganz
sicher halte ich fest und bekenne aufrichtig, dass der
Glaube nicht ein blindes religiöses Gefühl ist, das aus dem
Dunkel des Unterbewusstseins im Drang des Herzens und aus
der Neigung des sittlich geformten Willens entspringt,
sondern dass er eine wahre Zustimmung des Verstandes zu der
von außen durch Hören empfangenen Wahrheit ist, durch die
wir auf die Autorität Gottes des
Allwahrhaftigen hin für wahr halten, was uns vom
persönlichen Gott, unserm Schöpfer und Herrn, gesagt,
bezeugt und geoffenbart worden
ist. |
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Me
etiam, qua par
est,
reverentia subicio
totoque
animo
adhaereo .
damnationibus,
declarationibus,
praescriptis
omnibus,
quae in Encyclicis
litteris "Pascendi"
et in Decreto "Lamentabili"
continentur,
praesertim circa
eam quam
historiam
dogmatum vocant. |
In schuldiger
Ehrfurcht unterwerfe ich mich mit ganzem Herzen und schließe
ich mich an allen Verurteilungen, Erklärungen, Vorschriften,
wie sie im Rundschreiben "Pascendi"
und im Entscheid "Lamentabili"
enthalten sind, besonders, insoweit sie sich auf die
sogenannte Geschichte der
Glaubenssätze beziehen. |
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Idem
reprobo
errorem affirmantium,
propositam ab
Ecclesia
fidem posse
historiae
repugnare, et catholica
dogmata, quo
sensu nunc
intelliguntur, cum verioribus
christianae
religionis originibus
componi non
posse. |
Auch verwerfe ich
den Irrtum derer, die behaupten, der von der Kirche
vorgelegte Glaube könne der Geschichte widerstreiten und die
katholischen Glaubenssätze könnten in dem Sinn, in dem sie
jetzt verstanden werden, mit den Ursprüngen der christlichen
Religion, wie sie wirklich waren, nicht in Einklang gebracht
werden. |
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Damno
quoque ac
reicio
eorum sententiam,
qui dicunt
christianum
hominem eruditiorem
induere
perso-nam duplicem,
aliam
credentis, aliam
historici, quasi
liceret
historico ea
retinere,
quae credentis
fidei
contrfdicant, aut
praemissas
adstruere, ex quibus
consequatur,
dogmata esse
aut falsa
aut dubia,
modo haec
directo non
denegentur. |
Ich verurteile und
verwerfe auch die Auffassung derer, die sagen, ein
gebildeter Christ führe ein Doppeldasein, das Dasein des
Gläubigen und das Dasein des Geschichtsforschers, als ob es
dem Geschichtsforscher erlaubt wäre, festzuhalten, was der
Glaubenswahrheit des Gläubigen widerspricht, oder
Voraussetzungen aufzustellen, aus denen sich ergibt, dass
die Glaubenssätze falsch oder zweifelhaft sind, wenn man sie
nur nicht direkt leugnet. |
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Reprobo
pariter eam
Scripturae
sanctae diiudicandae
atque
interpretandae rationem,
quae,Ecclesiaetraditione,
analogia
fidei et Apostolicae
Sedis
normis posthabitis,
rationalistarum
commentis
inhaeret, et criticem
textus
velut unicam
supremamque
regulam haud minus
licenter
quam temere
amplectitur. |
Ich verwerfe ebenso
eine Weise, die Heilige Schrift zu beurteilen und zu
erklären, die die Überlieferung der Kirche, die Entsprechung
zum Glauben und die Normen des Apostolischen Stuhls außer
acht lässt, die sich den Erfindungen der Rationalisten
anschließt und die Kritik am Texte ebenso unerlaubt wie
unvorsichtig als einzige und oberste Regel anerkennt.
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Sententiam
praeterea
illorum reicio,
qui tenent,
doctori
disciplinae historicae
theologicae
tradendae aut
iis de
rebus scribenti
seponendam
prius esse opinionem ante
conceptam
sive de supernaturali
origine
catholicae traditionis,
sive de
promissa divinitus
ope ad
perennem conservationem
uniuscuiusque
revelati
veri; deinde
scripta
Patrum singulorum
interpretanda
solis
scientiae principiis,
sacra
qualibet auctoritate
seclusa,
eaque iudicii
libertate, qua
profana
quaevis monumenta
solent
investigari. |
Auch die Auffassung
derer verwerfe ich, die daran festhalten, ein Lehrer der
theologischen Geschichtswissenschaften oder ein
Schriftsteller auf diesem Gebiet müsse zuerst jede
vorgefasste Meinung vom
übernatürlichen Ursprung der katholischen Überlieferung oder
von einer Verheißung der göttlichen Hilfe zur steten
Bewahrung einer jeden geoffenbarten
Wahrheit ablehnen. Die Schriften der einzelnen Väter müssten
nach rein wissenschaftlichen Grundsätzen erklärt werden
unter Ausschluss jeder Autorität und mit derselben Freiheit
des Urteils, mit der man jedes außerkirchliche Denkmal der
Geschichte erforscht. |
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In
universum
denique me
alienissimum ab
errore
profiteor, quo modernistae
tenent in
sacra traditione
nihil
inesse divini,
aut, quod
longe
deterius, pantheistico
sensu illud
admittunt,
ita ut
nihil iam
restet nisi
nudum
factum et simplex,
communibus
historiae factis
aequandum:
hominum nempe
sua
industria, solertia,
ingenio
scholam a Christo eiusque
Apostolis
inchoatam per subsequentes
aetates
conti-nuantium. Proinde
fidem
Patrum firmissime
retineo et ad
extremum vitae
spiritum
retinebo, de charismate
veritatis
certo, quod
est, fuit
eritque
semper in "episcopatus ab
Apostolis
successione"; non ut
id teneatur,
quod melius
et aptius
videri possit
secundum
suam cuiusque
aetatis
culturam, sed
ut "numquam
aliter
credatur, numquam
aliter"
intelligatur absoluta et
immutabilis
veritas ab initio per
Apostolos
praedicata. |
Endlich bekenne ich
ganz allgemein: Ich habe nichts zu schaffen mit dem Irrtum,
der die Modernisten glauben lässt, die heilige Überlieferung
enthalte nichts Göttliches, oder, was noch viel schlimmer
ist, der sie zu einer pantheistischen Deutung der
Überlieferung führt, so dass nichts mehr
übrigbleibt als die nackte,
einfache Tatsache, die in einer Linie steht mit den
gewöhnlichen Geschehnissen der Geschichte, die Tatsache
nämlich, dass Menschen durch ihre eigenen Bemühungen, durch
ihre Sorgfalt und Einsicht die von Christus und seinen
Aposteln begonnene Schule in den nachfolgenden
Zeitabschnitten fortsetzten. So halte ich denn fest und bis
zum letzten Hauch meines Lebens werde ich festhalten den
Glauben der Väter an die sichere Gnadengabe der Wahrheit,
die in der Nachfolge des bischöflichen Amtes seit den
Aposteln ist, war und immer sein wird, so dass nicht das
Glaubensgegenstand ist, was entsprechend der Kultur eines
jeden Zeitabschnittes besser und passender scheinen könnte,
sondern dass niemals in verschiedener Weise geglaubt, nie
anders verstanden wurde die absolute, unabänderliche
Wahrheit, die seit Anfang von den Aposteln gepredigt wurde.
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Haec
omnia
spondeo me
fideliter, integre
sincereque
servaturum et inviolabiliter
custoditurum,
nusquam ab
iis sive in
docendo
sive quomodolibet verbis
scriptisque
deflectendo. Sic spondeo, sic
iuro, sic me Deus adiuvet et haec sancta Dei Evangelia. |
Ich gelobe, dass ich
das alles getreu, unversehrt und rein
beobachten und unverletzt bewahren, dass ich in der
Lehre oder in jeder Art von Wort und Schrift nie davon
abweichen werde. So gelobe ich, so schwöre ich, so helfe mir
Gott und dieses heilige Evangelium Gottes.
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Anmerkung
des Editors
Der Hlg. Papst Pius X hatte
diesen Antomodernisteneid, den alle
Kleriker zu leisten hatten, eingeführt, und damit versucht, der
modernistischen Pest Einhalt zu gebieten.
Dieser
Antimodernisteneid wurde natürlich nach dem
II. „Vatikanum“
, nachdem die Modernisten ihre Macht vollständig legitimiert
hatten und jetzt ganz dreist und offen ihre krankhaften und
teuflischen Ideologien als vom „Heiligen Geist gewollt“ und als
„katholisch“ verkauften, abgeschafft. Später folgte dann auch noch
die Abschaffung der Hl. Messe, und die Errichtung des vom Propheten
Daniel vorausgesagten,und von Unserem
Herrn Jesus Christus höchstpersönlich bestätigten,
Greuel der Verwüstung, der Novus
Ordo schwarzen Messe a la Paul 666 (eine
Konstruktion des Hochgradfreimaurers Bunigni
unter verhängnisvoller Beteiligung von Protestanten), die von nun
ab, an Heiligster Stelle errichtet, mit dem Antialtar als Vorhut,
Satan und seine Gefolgschaft öffentlich anbetete.
Die Teilnahme an solch einer
sakrilegischen Handlung, wie der Besuch
der Novus Ordo
„Messe“, ist für jeden Katholiken eine Todsünde, und jeder muss
wissen, dass diese vom Herrn mit ewigen Höllenqualen geahndet wird.
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